Heimat ist dort, wo du willkommen bist!
Kirchhellen bewahren - gestalten - erleben

19. Historische Wanderung am 08.03.2015

Agnes Grewer und Peter PawliczekAgnes Grewer und Peter Pawliczek

Bei frühlingshaften Temperaturen trafen sich knapp 60 interessierte Teilnehmer zur 19. Historischen Wanderung unter der Leitung von Peter Pawliczek (Verein für Orts- und Heimatkunde) und Agnes Grewer (Kolpingsfamilie) an der Hauptschule Kirchhellen. Der diesjährige ca. zweistündige Spaziergang sollte „von der Gegenwart in die Vergangenheit“ durch den Ortskern führen und den Wandel der Zeit beleuchten.

Bevor die Gruppe zu ihrem Spaziergang aufbrach, erläuterte Pawliczek kurz die Schulgeschichte Kirchhellens. Die Hauptschule Kirchhellen, seit Jahrzehnten bei Eltern und Betrieben eine geschätzte Institution in der Kirchhellener Schullandschaft, wird auslaufen. Ersetzt werden soll sie durch die neu eingeführte Schulform der Sekundarschule, die zum Schuljahr 2015/2016 ihren Betrieb zunächst in den nach der Renovierung der Gregorschule frei werdenden Containern aufnehmen soll. Dank der überraschend hohen Anmeldezahlen von 116 Schülerinnen und Schülern, wird diese Schule 4-zügig an den Start gehen und später nach Auslaufen der Hauptschule an deren Standort umziehen. Daneben wird am Kirchhellener Ring das Vestische Gymnasium, welches seinen Standort seit den 80er-Jahren (vorher Bottrop) in Kirchhellen hat, weiter bestehen bleiben.

Formal große Veränderungen stehen bei den Grundschulen an. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Matthias-Claudius Schule an der Gartenstraße aufgelöst. Die sich im selben Gebäudekomplex befindende Katholische Johannesschule wird um einen nicht konfessionellen Zweig erweitert, in den die Schülerinnen und Schüler der Matthias-Claudius Schule überführt werden. Nach der bereits vor einigen Jahren erfolgten Auflösung der Marienschule in Feldhausen, wurde diese zu einem Zweitstandort der Matthias-Claudius Schule. Nunmehr wird dieser Standort der Gregorschule zugeschlagen, so dass die Gregorschule mit der ehemaligen Marienschule einen Zweitstandort erhält und den offenen Ganztagsunterricht mit zwei verschiedenen Trägern durchführt. Die Hebung des Gebäudes der Gregorschule aufgrund von Bergsenkungen durch RAG und die gleichzeitige Renovierung wird in Kürze abgeschlossen sein, so dass nach den Osterferien der Umzug von den Containern in das alte Schulgebäude planmäßig durchgeführt werden kann. Unberührt hiervon wird es für die Grundschule Grafenwald keine Veränderung geben.

Bennings MühleBennings Mühle

Über den Kirchhellener Ring (ehemals Nordring) ging es zunächst an Hauptschule und Gymnasium entlang bis zur Schulstraße, wo Bennings Mühle steht. Diese Getreidemühle, der auch ein Sägewerk angegliedert war, wurde 1801 von der Familie Benning errichtet und war eine von insgesamt 5 Mühlen und eine der drei Windmühlen in Kirchhellen. Mittlerweile wurde sie zu einem Wohnhaus umgebaut und ist die letzte als Gebäude noch erhaltene Windmühle Kirchhellens. An der Utschlagstraße stand lange Zeit eine ähnliche Mühle, die ebenfalls der Familie Benning gehörte. Die Mühlen wurden dabei von zwei Brüdern betrieben. Die Mühle an der Utschlagstraße wurde dann aber an die Familie Terbrack verkauft, so dass diese vielen Kirchhellenern später als Terbracks Mühle im Gedächtnis blieb.
In Höhe des Hallenbades erinnerte Grewer mit Blick auf die nördlich des Kirchhellener Rings gelegenen Häuser an eines der ersten systematisch in Kirchhellen erschlossenen Neubaugebiete. Mitte der 60er-Jahre entstanden hier vornehmlich auf den Ländereien von Bauern Schmidt (Schmidt Bur), Frie und Jösken (Dahlmann) Einfamilienhäuser.
Der nächste Haltepunkt war neben dem Parkplatz zwischen St. Antonius-Krankenhaus und der evangelischen Pauluskirche. Hier befanden sich früher die sog. Krankenhausgärten des katholischen St. Antonius-Krankenhauses, welches 1908 erbaut wurde. Die dort tätigen Franziskaner-Nonnen, deren Mutterhaus in Münster steht und die neben ihrem Dienst im Krankenhaus auch Hausbesuche in Kirchhellen unternahmen, bauten in den Gärten Gemüse und Kräuter für die Küche sowie Obst und Heilpflanzen an. In den 60er-Jahren wurde dann das Krankenhaus mit einer Inneren, Chirurgischen und Gynäkologischen Station um den Neubau erweitert.  Anfang der 70er-Jahre wurde ein Schwesternwohnheim hinzugefügt, bevor das Krankenhaus im Rahmen der Umstrukturierungen in den Verbund der Katholischen Kliniken Emscher-Lippe (mit St. Barbara in Gladbeck und St. Josef in Gelsenkirchen-Horst) eingegliedert und zu einer Psychatrischen Klinik umgebaut wurde. 

PauluskirchePauluskirche

Die evangelische Pauluskirche, auf der anderen Straßenseite des Kirchhellener Rings, die heute mit der evangelischen Kirche in Grafenwald einen Verbund bildet, wurde 1961 eingeweiht. 

Zu dieser Zeit war die evangelische Gemeinde in Kirchhellen noch sehr klein, da der Ort seit der Zeit Karls des Großen katholisch war. Dies zeigt sich auch u.a. daran, dass es in Kirchhellen im Jahre 1900 gerade einmal insgesamt 21 evangelische Schüler gab, deren Herkunft als Kinder von Wander- oder zugezogenen Bergbauarbeitern erklärt wurde. Viele ältere Kirchhellener können sich noch heute daran erinnern, dass es in einem ganzen Jahrgang keinen oder nur ein bis höchstens zwei evangelische Schüler gegeben hätte. 
Links neben der Kirche führte die Gruppe der Weg durch das sog. "Hodyas Pättgen", einen schmalen Durchgang, durch den man zum Schölzbach gelangt. Der Schölzbach entspringt im Gebiet der ehemaligen Burg Kirchhellen in der Nähe des Wellbrauckswegs, schlängelt sich teils über- und unterirdisch durch Kirchhellen und mündet in Dorsten in die Lippe. Die Straße "Im Wenkendiek", die man nun über eine kleine Brücke erreichte, erinnert noch heute an ein ehemaliges Adelsgeschlecht, welches hier seine Ländereien und Höfe besaß.

Über die Hauptstraße, die früher hier Bahnhofstraße hieß, weil sie zum Bahnhof Kirchhellen führte, gelangte die Gruppe zum Kloster. Dieses Gelände gehörte früher zum Horsthof, einem weiteren großen Adelshof mit drei Teichen, der von Gräften umgeben war. 1690 tauchte der Horsthof erstmals in den Kirchenbüchern Kirchhellens auf. Die Familie Horsthof betrieb dort eine Landwirtschaft. Bernhard Horsthof, hatte keine Nachfahren, so dass der Horsthof nach seinem Tod an seine Schwester Anna fiel, die 1871 den Kornbrenner Körner geheiratet hat. Dieser betrieb auf dem Gelände des damaligen Oberhofes eine Brennerei, die jedoch durch einen verheerenden Brand zerstört wurde. Aufgrund dieses Ereignisses baute er auf dem Gelände des heutigen Klosters eine neue Brennerei auf, die dort neben der Landwirtschaft betrieben wurde. Sein Sohn Paul heiratete 1912 Agnes Böckenhoff, eine Tochter aus der gleichnamigen Brennerei in Erle. Nun begann die Blütezeit des Unternehmens. Bis zu 1.000 Liter Schnaps wurden hier täglich gebrannt und die Familie erlangte einen entsprechenden Wohlstand. So ließ Körner 1923 das Wohnhaus durch den Düsseldorfer Architekten Prof. Kreis zu einer Villa mit Park umbauen, in dem die älteste Ulme im Bottroper Stadtgebiet stand. Für Kirchhellen betätigte sich Körner als Wohltäter. Er unterstützte den Aufbau der Stromversorgung im Ort, lieferte dem Krankenhaus kostenlos Milch von seinen Kühen, spendete für den Neubau der Kirche und finanzierte zusätzlich eine Kirchenglocke. Der Gemeinde stellte er kostenlos ein Grundstück für den Bau einer Post auf der seinem Anwesen gegenüberliegenden Straßenseite zur Verfügung. Ebenfalls das Löwenfelddenkmal auf dem alten Friedhof wurde mit seinen Spenden errichtet. Auch das erste Auto in Kirchhellen gehörte der Familie Körner. Lediglich Dr. Hülsken, der Gemeindearzt, besaß zur gleichen Zeit einen PKW. Ab 1925 machte sich die Wirtschaftskrise bemerkbar und es ging mit den Geschäften der Brennerei stetig bergab. 1927 war die Brennerei zahlungsunfähig. Trotzdem brannte man dort ohne Lizenz weiter, so dass Körner 1930 wegen Schwarzbrennerei verhaftet und zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Paul Körner blieb danach Besitzer von Grund und Boden, sein Bruder Ludwig Körner wurde allerdings 1931 Geschäftsführer, um die Brennerei weiter fortzuführen. Dies gelang bis 1940, als die Brennerei zum zweiten Mal zahlungsunfähig wurde. Der Betrieb musste nun eingestellt werden und ein Jahr später, 1941, starb Paul Körner. Sein Sohn Paul musste das Anwesen an die Gemeindeverwaltung für 144.000 Reichsmark verkaufen, die fortan das Haus für ihre Zwecke nutzte.

JugendklosterJugendkloster

Nach dem Krieg zogen dann amerikanische Soldaten in die Räumlichkeiten ein.  Als diese abzogen, machte sich die Gemeinde Gedanken um die Nutzung der Gebäude. So kam es, dass der Redemptoristenorden sich für das Grundstück interessierte und es 1946 erwarb, um dort ein Kloster für seine Pater und Brüder, die verstärkt in der Gemeindemissionsarbeit tätig waren, zu errichten. Dies führte zur Gründung des Clemensklosters in Kirchhellen, welches nach dem Ordensheiligen Clemens Maria Hofbauer benannt wurde. Die Villa diente als Wohnhaus und in einem Teil der ehemaligen Schweineställe wurde die Klosterkirche errichtet. Den nicht genutzten Teil der Schweineställe vermietete man an Kirchhellener Handwerker, die hier ihre Werkstätten einrichteten. Im ehemaligen Kuhstall, wo heute der neue Wohntrakt für die Gäste erbaut worden ist, befand sich damals die Autowerkstatt Michelt. Sehenswert ist heute noch der wieder neu angelegte Klostergarten und der Friedhof des Klosters, auf dem im Jahre 2000 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kolpingfamilie Kirchhellens von dieser ein Haus erbaut wurde, in dem eine von Schreiner Bernd Schlüter gefertigte Pietà steht. Paul Körner, der letzte Eigentümer aus der Familie starb 1978 und wurde auf dem alten Friedhof beerdigt. Sein Sohn Paul, der vielen älteren Kirchhellenern noch bekannt ist, verließ Kirchhellen und verstarb kinderlos 2009.

Aufgrund mangelnden Nachwuchses kam es um die Jahrtausendwende zu einer Neustrukturierung bei den Redemptoristenklöstern. Der Bestand des Kirchhellener Klosters konnte nur gesichert werden, indem dort 2001 ein Jugendkloster eingerichtet wurde, welches spezielle seelsorgerische und Freizeitangebote für Jugendliche vorhält.

Weiter ging es über die Hauptstraße an der ehemaligen Post vorbei bis zum Arwinkel. Hier auf dem freien Dreiecksgrundstück, stand früher die sog. "Fahrradbude" von Fiele, wo Franz Fiele Fahrräder reparierte und verkaufte.

Die nächste Station des Rundgangs war der Johann-Breuker-Platz, heute der zentrale Platz Kirchhellens. Sein Name erinnert an einen der bekanntesten Kirchhellener.  Geboren wurde Johann Breuker am 14. Mai 1887. Nach der Volksschule besuchte er das Gymnasium in Dorsten. Eine Augenkrankheit zwang ihn vorzeitig die Schule zu verlassen. So übernahm er die Bewirtschaftung des elterlichen Hofes. Durch die im Jahr 1861 erfasste Neuregelung der Grundsteuern wurde auch im Kreis Recklinghausen ein erster Bauernverein gegründet – am 19. November 1868 durch Johann Breuker auch für die Kirchhellener Bauern. Die 1869 von ihm verfasste Schrift  „Buer, et is Tied – Rechte und Pflichten des Bauernstandes" oder "Bauer muss Bauer bleiben“, die als Zeitschrift wöchentlich erschien, trug zur Aufrüstung und Selbstbesinnung des westfälischen Bauernstandes nicht unwesentlich bei. Damit war ein Bauernverein im Vest Recklinghausen ins Leben gerufen, der allen Bauern, Köttern und Landwirten in der Nähe des Industriegebietes bei ihrem Kampf um den Bestand ihrer Höfe insbesondere gegen die expandierenden Arenbergschen Gruben zur Seite stehen sollte. Die Gründung des Kreisbauernvereins Recklinghausen ist ebenfalls untrennbar mit dem Namen Johann Breuker verbunden. Er starb am 15. Juni 1885.

Eine Gedenktafel für ihn befindet sich heute in der Eingangshalle der Volksbank, die ihre Wurzeln in Breukers Ideen begründet sieht.

Auf dem Johann-Breuker Platz steht auch das Denkmal des Kirchhellener Brezelbruders, der an das mittlerweile bedeutenste örtliche Volksfest erinnert. Erstmals wurde das Fest 1883 als Stutenfest gefeiert, welches alle drei Jahre am Tag nach dem Schützenfest stattfindet. Die Bronzestatue wurde von der Münsteraner Künstlerin Christiane Sültrup erschaffen und in Gescher gegossen. Man sagt ihr nach, dass sie mindestens an drei bekannte Kirchhellener erinnert, weshalb sie, obwohl erst 2003, zum 120-jährigen Bestehen der Brezelgesellschaft errichtet, zum beliebten Mittelpunkt des Platzes geworden ist. Sieben Jahre später wurde dann die Brezelfamilie komplettiert.

Es ging weiter bis zum alten Marktplatz. Hier stand früher die alte Schule, ein Schulgebäude, in dessen hinteren Teil sich Wohnungen befanden. Nachdem die erste Schule am alten Kirchplatz zu klein geworden war, errichtete die Gemeinde hier ein neues Schulgebäude in zentraler Lage. Daneben stand die Scheune von Bauer Jösken (Dahlmann). Im Krieg wurde das Schulgebäude als Unterkunft für die Soldaten der Flugabwehr (FLAK) unter der Befehlsgewalt des Grafen von Westerholt genutzt und nach dem 2. Weltkrieg als Feuerwehrhaus bis die neue Feuerwache erbaut wurde. 

Auf der anderen Straßenseite (heute NKD) stand das Bauernhaus von Bauer Jösken. Da die Häuser alle zum alten Dorfkern Kirchhellens, also zur Bogenstr. (heute Senheimer Str.) ausgerichtet waren, befanden sich an der Hauptstraße die Gebäuderückseiten mit Gärten und Ställen. Bauer Jösken hatte hier also seinen Schweinestall und wo heute die Geschäfte an der Hauptstraße sind, befand sich bis in die 60er-Jahre der letzte Misthaufen im Dorf. Im Haus nebenan, welches dem Malermeister Xanten gehörte, der sein Geschäft ebenfalls zur Bogenstraße hin hatte, konnten die Bewohner oft wegen des strengen durch den Misthaufen verursachten Geruchs nicht ihre Wohnungen lüften. 

Fachwerkhaus am alten KirchplatzFachwerkhaus am alten Kirchplatz

Durch den "Ekeler Kirchweg", den schmalen Durchgang von der Hauptstraße zur Senheimer Straße ging es zur nächsten Station. Dieser Durchgang wurde so bezeichnet, weil er für die Ekeler Bauern der direkteste Weg zur damaligen Kirche auf dem alten Kirchplatz war. Hier findet man noch die ältesten Gebäude Kirchhellens. So das Fachwerkhaus, welches heute zur Dorfapotheke gehört. Es gehörte ursprünglich Hans Söller, der hier als Elektriker auch ein  kleines Elektrogeschäft betrieb, bevor er das Haus an Egon Schmitz verkaufte, der den Neubau an der Hauptstr. errichtete und dort eine Drogerie eröffnete. Das andere noch erhaltene Fachwerkhaus war die ehemalige Weinhandlung Feldmann. Daneben steht das Haus von "Pläsken", wie der Eigentümer Hasebrink genannt wurde.  Hierin wurde über Jahre ein Schreibwaren-, Schulbedarf- und Spielwarengeschäft betreiben. Gegenüber auf dem heutigen kleinen Parkplatz stand die Schmiede Brauckmann. 

Die heutige Senheimer Straße in Höhe des alten Kirchplatzes wurde auch „Dorfdrubbel“ genannt, was soviel wie Dorfzentrum bedeutete. Dort wo jetzt die Neubauten stehen, stand als erstes Haus die Polsterei Jandewerth, auch „Vidümken“ genannt. Dieser Name leitet sich von Vikarie ab, da dort die ehemalige Vikarei, also der Vikar der Kirche untergebracht war. 

Hinter Jandewerth stand das Haus von Klepper, genannt „Kleppen Männe“. Hier gab es einen kleinen Laden, in dem Eis und Backwaren verkauft wurden. Danach folgte Ahrens, ein größerer Laden, der Bekleidung (Hemden, Unterwäsche etc.) verkaufte.  Dann folgte das heute noch erhaltene Fachwerkhaus von Maus und daneben schloss sich der ebenfalls heute noch erhaltene Fachwerkkomplex von Lepper an.

Blick vom Alten Kirchplatz auf das Haus LepperBlick vom Alten Kirchplatz auf das Haus Lepper

Auf dem Alten Kirchplatz stand früher die alte Kirche und dort war auch der Friedhof von Kirchhellen. Zu Beginn stand hier nur ein kleines Kloster, welches sechsmal erweitert wurde. Erstmals erwähnt wurde die Kirche 1021, als der Erzbischof und Kurfürst von Köln die Kirche dem Kloster Deutz schenkte. 1163 wird in einer anderen Urkunde unter dem Namen Everhardus erstmals ein Pfarrer von Kirchhellen erwähnt.

1917 brannte die Kirche vollständig nieder. Die Ursache des Brandes konnte nie geklärt werden. Als man mit dem Bau der heutigen Johanneskirche begann, wurde der Bauschutt der alten Kirche veräußert. So findet man noch heute einen Torbogen einer Eingangstür an einem Schafstall auf Haus Brabeck wieder. Bis zur Fertigstellung der neuen Pfarrkirche wurden die heiligen Messen im Saal der Wirtschaft Schulte-Wieschen an der Bottroper Straße gefeiert.

Der alte Kirchplatz wurde dann zu einem Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege umgestaltet und ist heute noch ein Bodendenkmal.

Beendet wurde die Wanderung am Hof Jünger, wo die ursprüngliche Burg Kirchhellen stand, wie der dortige Oberhof, dem 37 Unterhöfe zugeordnet waren, bezeichnet wurde. Dieser Oberhof war mit Gräften (Teichen) umgeben, welche der Anlage Schutz bieten sollten. Dieser Ort ist nachweislich das historische Zentrum Kirchhellens.

HeimathausHeimathaus

Die Teilnehmer konnten nun den Hof Heisterkamp besichtigen, der als Haus 2 des Hofes Jünger bezeichnet wird und zum einen als Theatersaal für den Kulturverein Hof Jünger und andere Kirchhellener Vereine genutzt wird. Hierzu machte Hermann Reinbold, Vorsitzender des Kulturvereins Hof Jünger vor Ort noch einige ergänzende und erklärende Ausführungen. Der andere Teil des Hofes, nämlich das ehemalige Wohnhaus wird gerade restauriert und zum neuen Heimathaus ausgebaut. Hier soll der Verein für Orts- und Heimatkunde nach Fertigstellung seine neue Bleibe erhalten. Reinhold Grewer von der Kolpingsfamilie erläuterte den Stand der Bauarbeiten und führe interessierte Teilnehmer in kleinen Gruppen durch die Baustelle.

Bei einer Gulaschsuppe im Foyer des Hauses 2 von Hof Jünger klang dann die Veranstaltung in gemütlicher Runde langsam aus. (M.B.)