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Historische Wanderung 2012

Die 16. Historische Wanderung des Vereins für Orts- und Heimatkunde und der Kolpingsfamilie Kirchhellen führte ca. 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger am 23.09.2012 über einen der ältesten Wege Kirchhellen, den Lippweg. Weiter ging es zur Breil´schen Kapelle in Ekel bis zum heutigen Golfplatz des Golfclubs Schwarze Heide e.V.

aus: WAZ vom 26.09.2012
Wanderung auf historischen Wegen 

Der Lippweg in Kirchhellen ist nicht nur irgendein Weg. Es gab ihn schon im dritten Jahrhundert nach Christus, und damals war er wahrscheinlich sehr viel wichtiger als heute. Denn die römischen Heere benutzten den Weg als Verbindung in Richtung Limes.

Wer keinen Schimmer von der Historie Kirchhellens hat, der hätte am Sonntag Vormittag sicherlich einige erstaunlichen Informationen bekommen. Die 17. Historische Wanderung wurde organisiert von der Kolpingsfamilie und dem Verein für Orts- und Heimatkunde.

Eine mysteriöse Sage
Rund 25 neugierige Kirchhellener kamen zusammen, um die Worte von Johannes Strangemann, dem Inhaber der Breils-Kapelle an der Münsterstraße in Ekel, zu hören. Die Kapelle wurde 1847 erbaut und Strangemanns Großeltern haben sie 1898 mitsamt Grundstück gekauft. Noch heute finden hier die Maiandachten zusammen mit vielen Ekelern statt. Zu dem Grundstück kennt Peter Pawliczek, der Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde, eine gruselige Geschichte. In den 30er Jahren wurde unter der Wiese wohl ein großes Grab gefunden. „Obwohl ich es immer vorhatte, habe ich noch nie danach gegraben. Aber ich wette, dass da wirklich irgendetwas sein muss.“, sagt er.

Es geht weiter, vorbei am Kindergarten Ekel, wo bis 1968 eine Schule stand, und der jetzt bei Martinsumzügen und diversen Umbauten vom Kirchbauverein der Kirche St. Johannes unterstützt wird.

An der Nordhellenstraße angekommen, erklärt die Bottroper Reiseführerin Agnes Grewer die Bedeutung des Namens. „Nordhellen heißt die nördlichste Helle, also sind wir hier auf dem früher nördlichsten Hügel in Kirchhellen.“

Als Tourenführerin in Bottrop kennt sie sich aus. „Der Alte Postweg war früher die Verbindung zwischen Köln, das die Oberverwaltung über Kirchhellen hatte, und Münster. Napoleon ist hier schon hergefahren, und hat über das dreckige Kirchhellen geklagt.“

Es gab sogar eine Burg - da, wo jetzt das Kulturzentrum Hof Jünger steht. „ Neben der Burg lag die Brennerei der Familie Körner. Man sagt, dass bei einem Feuer die Burg sieben Tage lang gebrannt haben soll, so hochprozentig war der gebrannte Schnaps.“

Da, wo vorher „Brennnesselplantagen“ herrschten, entstand seit 1986 der Golfclub Schwarze Heide. Hier informierte Günter Gürke über den Aufbau des 18-Loch-Meisterschaftsplatzes und den Club mit seinen 911 Mitgliedern und darüber, dass der Verein bemüht sei, eine parkähnliche Landschaft zu erhalten. „Bis jetzt haben wir 1800 Bäume gepflanzt. Es ist schön, wenn Kutschwagen, Radfahrer und Reiter durch unsere Anlage fahren können.“ Zum Abschluss gab es für die Wanderer eine Currywurst im Clubhaus.

Sophie Haseke

WAZ vom 26.09.2012
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WAZ vom 26.09.2012
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