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"Mine Modersproeke" von J. Stuke

Min' Modersproeke, so leiwlick un schön,
de sproek all min Moder, Bessmoder un Möhn',
de sprekt ok min Vader, de Bröers un de Süster,
de sprekt mine Kinner, de Jungs un de wichter,
Min' Modersproek, wörklik, wat büs du so schön!

Un wenn 'k inne Frömde min Modersproek hör',
dann feult sik dat Hatte, as wenn't te Huse wier wöer.
Dann feul'k mä bä Moder un Vader un Kind,
wat schön, wenn dür de Sproeke sik Frönde wier find'!
Dann sin ik ganz hennig met alle bekannt,
grad' so, as wärn wä meteene verwandt.

Min' Modersproeke hät mä min Moder gelährt,
seu hät mä ok alls in öhr' Sproeke verklöert.
Seu sagg: "Lot de annern öhr Hochdütsch mä küern,
de belld sik wat in - det verderwt de Maneern!
Kind, glöw mä: geht't ok es drörwer un drunner,
holl fasse an't Olle, dann gehsse nich unner!"

Min'Moder sung op Platt uns 'n Weigenleid,
un ik seih se noch as seu an de Weige steiht.
Sung: Heia, pappeia, schloh de Höhnerskes doot,
un steck se in't Pöttken, dann wörd se nich groot!
Seu mäk morgens un obends us 'n Krüssken op de Stern.
Wat was dat doch schön, as wä Kinner noch wärn!

aus der Schriftenreihe:
"Kleines Hand-Wörterbuch des Kirchhellener Platt" von Johannes Rottmann, erschienen Januar 1990