Heimat ist dort, wo du willkommen bist!
Kirchhellen bewahren - gestalten - erleben

Sattlerweg

Der Sattlerweg ist eine Weg im „Handwerkerviertel“ zwischen Töpferstraße und Friedenstraße.

Benannt ist er nach dem alten Beruf der Sattler, die Sättel und Zaumzeug für die Pferde herstellteri. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten zogen bei uns in der „ruhigen“ Zeit, in den Wintermonaten also, die Sattler von Hof zu Hof, um dort das im Sommer so arg strapazierte Pferdegeschirr wieder in Ordnung zu bringen. Sie gingen „op Stör“, wie diese oft mehrtägigen Besuche genannt wurden. Worterklärung: Stör = Störung = Verstoß gegen die Handwerksordnung.

Schäferweg

Schäferweg

Er führt zum Hof Große Holtfort, früher Heimath, einem von drei Höfen, die aus dem Besitz der Zisterzienserinnen (Mitte des 13. Jahrhunderts) stammen. Dieser Hof Heimath besaß lange Zeit eine eigene Schafherde. Eine Geburtsurkunde im hiesigen Taufbuch nennt sogar eine (uneheliche) Mutter, die, da sie noch keinen Familiennamen besaß, Marie „in Heimaths Schafstall“ genannt wird.

Scheideweg

Der Scheideweg verbindet die Utschlagstraße mit der Dinslakener Straße.

Dass die Bezeichnung "Scheide" von dem Verb "scheiden" kommen könnte, ist unwahrscheinlich. Sie erklärt sich sicherlich aus dem rheinischen "Scheid", der eine Waldgegend meint.

Schlagkamp

Schlagkamp
Die Straße verläuft zwischen Tappenhof und Rentforter Straße.

Schlagkamp ist sowohl Flur- als auch Familienname. 

Der "Schlag" ist der Holzschlag, die kahlgeschlagene, lichte Waldstelle also. In dem Wort „Kamp“ steckt das lateinische „campus“, das das Ackerland, das Saatfeld meint.

Schlaunstraße

Warum man eine Straße zwischen Freiligrathstraße und Pater-Delp-Straße ausgerechnet nach dem Erbauer des Hauses Beck in Feldhausen genannt hat, ist sicherlich eine von vielen Ungereimtheiten hier und andernorts.

Johann Conrad Schlaun, geboren 1695 in Nörde/Warburg, gestorben 1773 in Münster. Er war Baumeister des Kurfürsten Klemens August von Köln, baute in Brühl das Schloss Augustusburg und war seit 1729 in Münster tätig. Dort schuf er vor allem die Clemenskirche, den Erbdrostenhof und das Residenzschloss. 

Der „Feldmarschall - Leutnant und komm. General aller Hochfürstlich Münsterschen Truppen“, Friedrich Florenz Rabanus von Wenge, erteilte seinem „Kommandanten der Artillerie und Obristen Lands-Ingenieurs“ Schlaun den Auftrag, das ruinöse Haus und Gebäude ganz neu wieder aufzubauen.“ So baute er das jetzige Haus Beck (1776 fertiggestellt) und auch das sogenannte Liborikapellchen. Seine Vollendung hat er nicht mehr erlebt, die Pläne stammen aber nachweislich (1751) von Schlaun. Das Haus ist auch original nach diesen Plänen errichtet.

Schlesierstraße

Die Schlesierstraße ist eine kurze Stichstraße ausgehend südlich von der Straße "Am Schleitkamp".

Schloßgasse

Die Schloßgasse beginnt an der Marienstraße, führt an der Gastwirtschaft Berger vorbei, kreuzt die Gleise nahe des Bahnhofs Feldhausen, führt am Gelände vom Schloss Beck vorbei und heißt ab der Gladbecker Grenze, am Mühlenbach, Weiherstraße. 

Schmiedestraße

Die Schmiedestraße liegt in dem (fast) ausschließlich nach zum Teil alten Handwerken benannten Gebiet südlich der Schneiderstraße.

Der Beruf des Schmieds befasst sich hauptsächlich mit dem Formen von Metall durch Schmiedefeuer. Eine besondere Form des Schmieds ist der Hufschmied.

Schneiderstraße

Die Schneiderstraße ist gleichsam die Hauptstraße des Ortsteils Grafenwald. Sie beginnt an der Bottroper Straße und mündet in den Straßenstern Heimersfeld-Prozessionsweg-Zur Grafenmühle.

Sie soll ihren Namen nach den dort früher wohnenden Schneidern Fürtges, Duckheim, Schnelting und „Hütten-Schnieder“ (Kalde) erhalten haben. Die Bezeichnung ist bereits Generationen alt.

Schnepfenweg

Dieser Weg führt durch den Burenbrock, einem früheren Eldorado der Schnepfen, die hier das ihnen besonders zusagende Biotop fanden. Schnepfen gehören zur Gruppe der Schnepfenvögel mit langem, gebogenem Schnabel, der bei der Nahrungssuche in den weichen Sumpfboden gebohrt wird. In Mitteleuropa leben die Bekassine, die Sumpfschnepfe und die Waldschnepfe. Ihr Winterquartier beziehen sie in den Mittelmeerländern. Zur Schnepfenjagd kannten die Jäger diese alte Jagdregel:

Reminiscere - putzt die Gewehre! 5. Sonntag vor Ostern
Oculi - da kommen sie! 4. Sonntag vor Ostern
Lätare - das ist das Wahre! 3. Sonntag vor Ostern
judica - sie sind noch da! 2. Sonntag vor Ostern
Palmarum - trallarum! Palmsonntag
Quasi modo geniti - Halt, Jäger, halt! Jetzt brüten sie! 1. Sonntag nach Ostern

Schültingstraße

Die Schültingstraße liegt im Wohngebiet zwischen Feldstraße und „Am Pastors Busch“.

Benannt ist sie nach Anton Schülting, der von 1932 bis 1937 Pfarrer der Johannespfarre war.     

Schürbrink

Schürbrink

Der Schürbrink verbindet Utschlag- mit Holthausener Straße.

„Schür-“ (skur) ist ein verklungenes, vorgeschichtliches Wort für Wasser. So gibt es noch den Schürenbruch im Siegerland den Schürenbusch in Feldhausen, Schüren bei Meschede und Dortmund u. a. 

„Brink“ ist die Anhöhe, sie erhielt wie der Reckelsberg den Namen von dem dazugehörigen Wasser (Schwarzbach - Wiesentalbach)(idg. „bhreng“ = das Hochstehende = Hügel).

Schuhmacherstraße

Diese Straße befındet sich ebenfalls im „Handwerkerviertel“ Grafenwalds zwischen Töpferstraße und Friedenstraße.

Der Beruf der Schuhmacher ist infolge industrieller Schuhfertigung fast völlig ausgestorben; er beschränkt sich heute hauptsächlich auf die Anfertigung von Maßschuhwerk (orthopädische Schuhe) und die Schuhreparatur.

Schulstraße

Schulstraße

Die Schulstraße beginnt an der Hauptstraße, kreuzt die Kirchstraße, den Kirchhellener Ring, die Pelsstraße und mündet am Berliner Berg in die Münsterstraße.

An dieser Straße lag die im Jahre 1820 erbaute "Alte Schule" und auch die "Neue Schule", worin heute das Vestische Gymnasium untergebracht ist.

Schulten Brauk

Der Schulten Brauk ist eine Straße im Wohngebiet Rohrbrauk. 

Flurstücke in der Zusammensetzung mit dem Begriff „Bräuke“, „Brauk“, „Brock“, „Bruch“ besitzen wir in Kirchhellen immerhin 23. Sie bezeichnen allesamt dieselbe Geländeart, nämlich Sumpf und Moor.

Schulze-Delitzsch-Straße

Die Schulze-Delitzsch-Straße verläuft als Umgehung für den Ortskern Kirchhellens von der Oberhofstraße zur Hauptstraße.

Hermann Schulze-Delitzsch, geboren 1808, gestorben 1883, war ein deutscher Politiker und einer der Begründer des Genossenschaftswesens.

Schwarthoffstraße

Die Schwarthoffstraße befindet sich im Neubaugebiet Tappenhof zwischen Hellen Straße und Schlagkamp.

Schwarzbachtal

Der Weg läuft von der Hiesfelder Straße in Richtung Heidhof, überquert den Bach gleichen Namens und ist dann bereits auf Dinslakener Gebiet.

Er ist kein Verkehrsweg im üblichen Sinne, sondern wurde als Spazierweg vom RVR (Regionalverband Ruhr) in dem dortigen Naherholungsgebiet mustergültig ausgebaut

Senheimer Straße

Senheimer Straße

Die Senheimer Straße ist eine kurze Stichstraße östlich des alten Kirchplatzes. Benannt wurde sie nach dem Moselweinort Senheim. Die Gemeinde musste im Jahre 1935 mit diesem Ort eine Zwangspatenschaft eingehen, von den Nazis verordnet zur Hebung des Weinumsatzes, die sich nach dem Krieg aber zu einer echten Patenschaft entwickelte. Senheim besitzt übrigens bereits seit 1935 eine Kirchhellener Straße.

Sensenfeld

Diese Straße bildet die Verlängerung der Utschlagstraße vom Kirchhellener Dorfkern nach Grafenwald.

Eigentlich hätte sie Zisterzienserinnenfeld heißen müssen nach dem dort im Jahre 1241 auf „Defften Grund“ errichteten Zisterzienserinnenkloster. Aus Zisterzienserinnen machten die Kirchhellener dann Zesen und Zesenfeld. Ein nicht geschichtskundiger Namensgeber wusste mit Zesen nichts anzufangen und verwandelte den Begriff kurzerhand in Sensen.

Spenglerweg

Ein Weg ebenfalls im „Handwerkerviertel“ Grafenwalds. Er ist ein kurzer Stichweg südlich der Gerberstraße.

Spengler (von Spange) ist der bei uns nicht gebräuchliche Name für Klempner.

Sperberweg

Der Sperberweg ist eine kurze Stichstraße in dem Wohngebiet Eichenkamp.

Benannt wurde der Weg nach dem Sperber, einem bei uns heimischen Greifvogel, der sich von kleinen Vögeln ernährt.

Stellmacherstraße

Die Stellmacherstraße liegt im „Handwerkerviertel“ Grafenwalds. Der Stellmacher war der Handwerker, der Wagen, Schiebkarren Räder und Gestelle herstellte.


Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen