Heimat ist dort, wo du willkommen bist!
Kirchhellen bewahren - gestalten - erleben

Packskamp

Packskamp

Der Packskamp läuft von der Münsterstraße auf die Hofwiese oder, wenn man so will, direkt auf das Flurstück „Packskamp“ zu. Für die Deutung der Silbe „Pack“ gibt es nur schwer eine Erklärung, es sei denn, es handelte sich hier um ein verschlissenes „back“, das in vielen Orts- und Geländenamen als Sumpfwort bestätigt wird. Gewöhnlich liegen bei uns die Kämpe aber nicht niedrig, können also nicht sumpfig sein. Der Packs-Kamp macht aber da eine Ausnahme, denn er liegt im Quellgebiet des Breilsbaches.

Papenheide

Auch die Straße Papenheide hat ihren Namen nach der alten Flurbezeichnung: Auf der Papenheide. Sie verbindet parallel zur Hackfurthstraße den Kirchhellener Ring mit der Horsthofstraße. Hier haben wir wiederum ein klassisches Beispiel dafür, dass Heide nicht unbedingt Sand und Trockenheit bezeichnet, denn die Flurstücke um Horsthof Luerweg/Völkel-Hackfurth-Eggendorf - usw. sind alles andere als sandig oder trocken. Allein das Wort „pap“ bedeutet schon Sumpf und Moor, wie in Papenburg, Papelo. Auch unser plattdeutsches Wort Papp für Brei ist von diesem Wort abzuleiten.    Noch 1820 berichtet Johann Hülsken, dass er auf der Papenheide „Leim“ = Lehm gegraben hätte zum Brennen von Ziegeln. Auch „beide“ bedeutete ursprünglich „Moor“. Erst im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Bewusstsein geändert und Heide mit Sand und Trockenheit gleichgesetzt.

Pastor-Abel-Straße

Pastor-Abel-Straße

Die Pastor-Abel-Straße verläuft in Feldhausen zwischen Kapellenstraße und "Am Dornbusch".


Pastor-Dahlmann-Straße

Die Pastor-Dahlmann-Straße ist eine neue Straße im Neubaugebiet Schultenkamp / Dorfheide südlich der Hackfurthstraße.

Sie wurde nach Johann Werner Dahlmann, geboren 1793, gestorben 1859, benannt. Dieser gebürtige Kirchhellener war lange Pfarrer in Hamborn.

Pater-Delp-Straße

Die Pater-Delp-Straße liegt zwischen Gartenstraße und Brahmweg.

Benannt ist die Straße nach Alfred Delp, einem Jesuitenpater und Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus, der 1945, nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944, hingerichtet wurde, obwohl er nicht daran beteiligt war. Seine Weltanschauung und sein Wirken als Pater nahmen die Nationalsozialisten als Grund, ihn zu verurteilen und zu ermorden.

Pelsstraße

Pelsstraße
Die Pelsstraße stellt die Verbindung zwischen der unteren Hauptstraße in Höhe des alten Bahnübergangs und der L 623 (Münsterstraße) unweit der Einmündung der Gahlener Straße her.

Benannt ist sie nach dem Kotten und der Gastwirtschaft Pels in der Bräuke. Der Name "Pels", "Pelz" ist in Kirchhellen jüngeren Datums. Aktenkundig wurde er erst in der napoleonischen Zeit. Wahrscheinlich ist das Haus identisch mit "Heselmanns Kotten", der zum Hause Dringenburg gehörte.

Der Name Pels-Pel(t)z lässt sich aus zwei möglichen Herkünften deuten:
1. Patronym des Namens Balthasar (Balthasar-Sohn = Balts = Belts = Pels)              

2. Der Pel(t)z war nichts anderes als der Kürschner (Pelzverarbeiter). Im  Norddeutschen hieß der Kürschner Pel(t)zer.

Pöttering

Zwischen den Straßen „Im Spring“ und „Zur Grafenmühle“ verläuft diese Verbindung.

Der Pötter = Töpfer lieferte irdene Töpfe. Sicherlich ist dieser aber mit dem Namen nicht gemeint, denn ein Töpfer konnte geschichtlich dort nie nachgewiesen werden. 

Wie nun ist dieser Name zu deuten? Die Endung “-ing“ weist eindeutig auf Personifizierung der Vorsilbe „Pöt“ hin. „Pöt“, „Pot“ und „Poth“ meint den Sumpf, das Moor, wie in Kletter-poth, Potmaar/Holland, Pottenhausen/Lippe. Demnach wäre „Pöttering“ ein Mann, der am Pot, Poth, Pöt gebaut hat. 

Aber auch für „ring“ gibt es noch eine zweite Deutungsmöglichkeit: In Ringebrauk/Unna, Ringel/Osnabrück und nicht zuletzt der im Xantener Register bereits im 13. Jahrhundert genannte Hof Ringel-torpe meinen ebenfalls Wasser und Sumpf. Der Name Pöttering stellt somit auch hier eine Bedeutungsverdoppelung dar.

Prozessionsweg

Der Prozessionsweg ist ein schmaler Verbindungsweg zwischen der Schneiderstraße und der Straße Vossundern.

Er hat sicherlich seinen Namen von den Prozessionen erhalten, die von der nahen Kirche Grafenwald auszogen.

Räuwenkamp

Räuwenkamp

Der Räuwenkamp verbindet „Im Loh“ nach Norden hin mit dem Alten Postweg.

Sollte der Name jüngeren Datums sein - das Alter lässt sich oft schwer bestimmen - dann ist die Bedeutung wohl unschwer zu erraten. 

Da aber unsere Flurnamen zum Teil in praehistorische Zeit zurückreichen, wie neueste Forschungen ergeben haben, liegt in dem Wort „Räuwen“ denn doch wohl ein anderer Sinn. 

Sollte die ursprüngliche Bezeichnung statt „Räuwen“ „Raven“ (u, ü = V) gewesen sein, eine Vorstellung, die durchaus möglich wäre, dann wäre „rave“ eine vorgeschichtliche Bezeichnung für Wasser. Ein Blick auf die Karte macht das sogar sehr wahrscheinlich, da die Flur Nr. 8 in der ganzen Länge vom Breilsbach durchflossen wird. In dieser Flur liegen auch die Stücke: Vossel-Bruch, Horstkamp, Goldbredde, deren Namen eindeutig auf Wasser hindeuten.

Raiffeisenstraße

Friedrich Wilhelm Raiffeisen, geboren 1818, gestorben 1888, gilt als der Vater des ländlichen Genossenschaftswesens und der Spar- und Darlehnskassen. Verständlich, dass eine Straße im Kirchhellener Gewerbegebiet nahe der Agri-V-Genossenschaft nach ihm benannt wurde.   

Reckelsberg

Reckelsberg

Die Straße „Reckelsberg“ führt von der Gahlener Straße über den Reckelsberg, über die Nordhelle zur Münsterstraße.

„Recke“ ist eine uralte Bezeichnung für ein Gewässer, hier sicherlich der Breilsbach. Der „Berg“ hat hier wiederum seinen Namen vom benachbarten Bach.  Auch der Familienname Rexforth dürfte von dorther abzuleiten sein: eine Furth an der tiefsten Stelle über oder durch den Bach (Rekkens-furth).

Rentforter Straße

Rentforter Straße

Die Rentforter Straße bildet die Verlängerung der Oberhofstraße nach Gladbeck-Rentfort. 

Der Name Rentfort besteht aus zwei Teilen: "ren" und "fort". "Ren" ist wiederum ein Wasserwort (praehistorisch-vorgermanisch "rin"). Auch der Rhein, der durch die Römer als Rhenus (keltisch: Rhenos) überliefert ist, hat die Wurzel "ri","re" als "fließen". Rhenus für Rhein ist keine römische Wortbildung, sondern etwas, das die Römer bereits vorfanden. Auf "ren(t)" als Wasserwort deutet auch die zweite Silbe "fort" = Furt hin.

Welches Gewässer gemeint ist, lässt sich schwerlich sagen. Die Rentforter Straße, bis zur Eingemeindung nach Bottrop Gladbecker Straße geheißen, ist noch nicht sehr alt. Sie wurde erst nach Inbetriebnahme der Bahnlinie Oberhausen - Bottrop-Nord - Kirchhellen - Dorsten - Rheine gebaut, also zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Repeler Heide

Diese Straße läuft von der Dorstener Straße zum Hause Repel.

Das Wort „Repel“ enthält wiederum ein prähistorisches Wasserwort „rep“, „rip“; siehe Repelen bei Moers; Repel/Emscher; Rephusen an der Lenne, wo eine Reepe fließt u.a.

Repeler Weg

Er verbindet das Mühlenpatt über die ehemalige Bahntrasse, am Hofe Schulte Repel vorbei mit der Dorstener Straße (L 618).

Das Wort „Repel“ enthält wiederum ein prähistorisches Wasserwort „rep“, „rip“; siehe Repelen bei Moers; Repel/Emscher; Rephusen an der Lenne, wo eine Reepe fließt u.a.

Rohrbrauk

Der Rohrbrauk verläuft durch das Wohngebiet zwischen Gartenstraße und Pelsstraße südlich von "An der Sandgrube".

Flurstücke in der Zusammensetzung mit dem Begriff „Bräuke“, „Brauk“, „Brock“, „Bruch“ besitzen wir in Kirchhellen immerhin 23. Sie bezeichnen allesamt dieselbe Geländeart, nämlich Sumpf und Moor.

Rotbachtal

Einer der idyllischsten Wege Kirchhellens. Er führt vom Alten Postweg in die Kirchheller Heide.

Ob der Name „rot“ etwas mit der Farbe zu tun hat, scheint wenig einleuchtend. Sicherlich stammt „rot“ hier von „verrotten, vermodern“. Wer den Rotbach im Urzustand kennt, ist sicherlich auch dieser Meinung, zumal es Rotbäche, Rottbäche, Rothbäche in Mengen gibt. Der Bach selbst entspringt dem Grafenwälder Mühlenteich. In den zwanziger Jahren sollte er kanalisiert werden, wie das auf Dinslakener Gebiet geschehen ist. Der früh verstorbene Lehrer Karl Wessels hat das bei uns verhindern können.

Ruhehorst

Der Ruhehorst führt von der Bottroper Straße kurz vor der Grenze zu Alt-Bottrop zur Hegestraße und bildet dort zum Teil die Grenze mit Gladbeck. „Ruhe“ hat sicher nichts mit „ruhen“ zu tun, allenfalls könnte man eine Sinndeutung in „rauh“ finden, wie in dem Eigennamen „Ruge“, „Ruhe“ = der Rauhe. Vergleiche: Ruhkopf, Ruhbaum (ahd. „ruh“ = rauh, haarig; westgerm. „ruh(W)a“ = aus dem idg. „reuk“, „reu“ = aufreißen, aufrauhen (siehe auch „Rauchware“ für Pelzwerk). Die Silbe "Horst" als Dickicht, Gebüsch, oder als eine hervortretende größere Baumgruppe zu deuten, ist sicherlich auch möglich.

 

Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen