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Kirchhellen bewahren - gestalten - erleben

Marienstraße

Marienstraße
Im Zuge der Straßenbenennungen nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss die Mehrheit der Feldhäuser, diese Straße, die vom Lippweg zur Kapellenstraße führt, „Zum Wannbrauk“ zu nennen. Wannbrock oder Wannbrauk war die vermutlich ehemalige Flurstückbezeichnung, durch die dieser Weg lief (Wann = Gewann = Acker- oder Wiesenstreifen).

Die verstorbene Lehrerin Middelhoff jedoch war der Meinung, man sollte sie nach der Marienpfarre - und, weil an dieser Straße acht Frauen mit Namen Maria wohnten! - Marienstraße nennen. Bei diesem Vorschlag blieb es denn. Die erstere Begründung rettete dann nach der Eingemeindung den Namen, da auch Bottrop eine Marienstraße besaß.

Martin-Luther-Straße

Diese Straße verläuft parallel zu der Schneiderstraße durch das Wohngebiet am evangelischen Gemeindezentrum in Grafenwald.

Sie wurde nach dem Theologieprofessor Martin Luther (geboren 1483, gestorben 1546) benannt, der als theologischer Urheber der Reformation gilt. Entgegen Luthers Absicht kam es durch sein Werk zur Spaltung der Kirche in römisch-katholisch und evangelisch-lutherisch.

Matthias-Claudius-Straße

Sie ist eine Stichstraße von der Gartenstraße in das Wohngebiet nördlich der Matthias-Claudius-Schule.

Der Dichter Matthias Claudius, geboren 1740 in Reinfeld/Holstein, gestorben 1815 In Hamburg war Redakteur des „Wandsbecker Boten“, schrieb Erzählungen, Betrachtungen und Gedichte in einem von ihm in die Lyrik gebrachten frommen, gemütstiefen Ton. Bekannt ist das zum Volkslied gewordene „Der Mond ist aufgegangen“.

Maystraße

Die Maystraße verbindet die Karl-Wessels-Straße und den Prozessionsweg.

Franz May besaß in Grafenwald einen großen Hof, den er an den Bergbau veräußerte. Er stellte für den ersten Kirchbau in Grafenwald ein sieben Morgen (1,75 ha) großes Grundstück zur Verfügung. Weiterhin verbürgte er sich für einen Bertrag von 20.000 Mark, um den der Kostenvoranschlag überzogen war. Der Name May ist also mit dem Kirchbau in Grafenwald auf das engste verbunden.

Als Erinnerung an seinen ehemaligen Hof ließ er noch zu Lebzeiten die in Grafenwald bekannte Franziskusstatue errichten. Dargestellt ist nicht Franz von Assisi, sondern Franziskus Xaverius, sein Namenspatron.

Meisenweg

Auch dieser nach einer Vogelfamilie benannte Weg liegt im „Vogelviertel“ zwischen ehemaliger Bahntrasse und der Straße Dorfheide.

Die Meisen gehören zu einer Singvogelfamilie, die in Mittel- und Osteuropa, aber auch in Asien beheimatet ist. Bei uns vertreten sind hauptsächlich Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Haubenmeise.

Mercatorstraße

Die Mercatorstraße liegt in Grafenwald zwischen Droßlingstraße und Brandenheide.

Mesteroth

Diese Straße läuft von der Feldhausener Straße unweit der Bahnüberführung in Feldhausen in Richtung Nordwesten auf die Dorstener Straße (L 618).   Die Silbe „-roth“ deutet auf „roden“ und „Rodung“ hin, zumal sie hier Grundwort ist: die Meste-Rodung. Gleichwohl kann aber auch dieses „-roth“ von „verrotten, vermodern“ hergeleitet werden, zumal in der Zusammensetzung mit „Meste“, das ebenfalls Sumpf und Moor bedeutet, wie in Mastholte, Mastenbroek/Holland. Aus „Mest“ wurde unser heutiges Wort „Mist“. „Rot“ heißt im Holländischen heute noch Moder und Fäulnis, ebenso gibt es im Englischen eine mundartliche Bezeichnung „rotten“, die das gleiche meint.

Mühlenpatt

Mühlenpatt

Der Patt ist der Pfad, der zu Engbers Mühle führte, er ist gleichsam die Verlängerung der Adelsbredde über das Overhagener Feld hinaus bis zur Münsterstraße.   Engbers Mühle gehörte zu Engbers Hof (heute Enbergs), wahrscheinlich ein Abspliss vom Hof Rechmann (to rechte, to gerechte). Dieser Hof besaß am Schlölsbach eine Mühle, die bereits in der Kartenskizze, welche im Wasserstreit um 1540 zwischen Brabeck und Hackfurth Verfahrensunterlage war, eingezeichnet ist.   Der Name Engbert(s) ist ein alter rheıinisch-westfälischer Familienname. Ursprünglich Engbertsohn, also Sohn des Ingbert oder Ingbertsohn, daraus wurde dann im Laufe der Zeit Engberts, von der Sllbe „-sohn“ blieb nur das „s“ erhalten. Auch die alten Taufbücher Kirchhellens weisen die ursprüngliche Schreibweise auf.

Münsterstraße

Münsterstraße

Die Münsterstraße ist Teil der ehemaligen B 223 (heute L 623). Sie heißt im voherigen Verlauf Bottroper Straße (bis zur Kreuzung Hauptstraße) und Alleestraße (bis zur Kreuzung Dinslakener Straße) und verläuft bis zur Stadtgrenze nach Dorsten. An ihr befindet sich die Autobahnauffahrt Kirchhellen-Nord der A 31.

Mutter-Teresa-Straße

Mutter-Teresa-Straße
Diese Straße befindet sich im Neubaugebiet Feldhausens zwischen Pastor-Abel-Straße und "Am Dornbusch".

Mutter Teresa (geboren 1910, gestorben 1997) war eine Ordensschwester und Missionarin, die den Friedensnobelpreis erhielt und in der katholischen Kirche als Selige verehrt wird.

Neue Heide

Die "Neue Heide" ist eine Straße im Baugebiet Schultenkamp / Dorfheide westlich der Dorfheide.

Neuenkamp

Der Neuenkamp verläuft zwischen Räuwenkamp und Nordhellenstraße.

Nordhellenstraße

Nordhellenstraße

Die Nordhellenstraße führt von der Münsterstraße (Berliner Berg) zu der Höfegruppe Nothelle (ursprünglich sicher auch Nordhelle geheißen), Schulte Pelkum, Holtkamp, also von der einen Höhe (56,8 m NN) des Berliner Berges durch das Breilsbachtal auf die andere Höhe (56 m NN) der Nordhelle, des Nordhügels also, denn Hellen sagt wie in Kirchhellen nichts anderes als die Höhe, die Erhebung.

Als Dorsten noch keine eigene Kirche besaß - Kirchhellen war die Mutterkirche Dorstens - mussten die Dorstener nach den Worten ihres früheren Propstes Westhoff „über die Nordhelle zur Kirch-Helle, wenn sie zur Kirche wollten“.

Oberhofstraße

Oberhofstraße
Die Oberhofstraße ist eine Verlängerung der Rentforter Straße von der Hackfurthstraße bis zur Hauptstraße. 
Benannt wurde diese Straße nach dem Oberhof, der sich zur Burg Kirchhellen entwickelte. Zuerst diente der Oberhof in der fränkisch-karolingischen Zeit als Stützpunkt oder Nachschubbasis Karls des Großen in seinen langwährenden Sachsenkriegen. Aus ihm entwickelte sich vermutlich die spätere Burg oder das adelige Haus Kirchhellen. Für die Auffüllung der Vorräte des Oberhofes waren bei uns 37 nachweisbare Unterhöfe zuständig.

Im Bereich der Oberhofstraße ist in der letzten Jahren eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen gewesen. Nach dem Abriss des in Kirchhellen nach einem früheren Namen "Alt Berlin" (früher: Gaststätte Allekotte) genannten Gebäudes mit dem markanten Erker an der Ecke zur Burgstraße ist auch dort nun ein Neubau entstanden. In Richtung Kreisverkehr Schulze-Delitzsch-Straße wurde außerdem ein kleines Haus (früher Bauernhof Schmidt) abgerissen und das Grundstück mit Mehrfamilienhäusern bebaut. Außerdem ist am Kreisverkehr auf einer bisherigen Freifläche ein weiteres Mehrfamilienhaus entstanden.

Ottenkamp

Der Ottenkamp ist eine Straße zwischen Ottenschlag und der Schneiderstraße.

In Otten-Kamp und Otten-Schlag stecken die gleichen Bestimmungswörter „od“ oder „ot“, die in zahlreichen deutschen Orts- und Geländenamen wiederkehren: Ottlar, Ottweiler, Otterstedt, Odenwald, Oder, Odenbach, Ottenstein, Ottenhausen u. a. „od“, „ot“ sind praehistorische Wasserwörter wie auch „ade“, „ad“. Das tiefliegende Gelände um die Boy und ihre Nebenbäche bürgen für die Richtigkeit der Namengebung.

In dem Wort „Kamp“ steckt das lateinische „campus“, das das Ackerland, das Saatfeld meint.

Ottenschlag

Der Ottenschlag verband früher die Bottroper Straße an der „Todeskurve“ mit der Straße Heimersfeld, heute ist sie an die Bottroper Straße nicht mehr angebunden.

Eine Herleitung vom Familiennamen Otte wäre auch denkbar, wobei wir bei der Namensdeutung von Otte wieder bei den prähistorischen Wörtern „ot“ und „od“ anfangen müssten. Auch der Familienname Otte in Verbindung etwa mit Eulering (Eulering-Otte) bestätigt diese Theorie, ist doch der Euler der Töpfer, der nun mal für sein Handwerk Ton oder Lehm benötigt, der sicher in dieser feuchten Niederung „od“, „ot“ zu finden war. „od“, „ot“ sind prähistorische Wasserwörter wie auch „ade“, „ad“.

Der "Schlag" ist der Holzschlag, die kahlgeschlagene, lichte Waldstelle also.

Overhagener Feld

Overhagener Feld
Der Weg verbindet die Feldhausener Straße am Hof Umberg vorbei mit der Adelsbredde / dem Mühlenpatt. Benannt ist diese Straße nach der Bauerschaft Overhagen, die den gesamten Bereich östlich der alten Bahnlinie (Oberhausen-Rheine) von Ekel/Hardinghausen bis Holthausen/Grafenwald umfasst. „Over“ müssen wir auch hier mit „über“, „oberhalb“ übersetzen (engl. „over“ = über). „Hagen“ meint wohl das im Mittel- und Althochdeutschen gebräuchliche Wort „hag“ für Gebüsch, vornehmlich undurchdringliches Dornengestrüpp, das sich durchaus entlang des feuchten „Unlandes“ von Bräuke und Burenbrock hingezogen haben kann. Solche feuchten Niederungen mit wildwachsendem Baum- und Buschbestand blieben vielfach unbewirtschaftet, da sie nichts einbrachten als allenfalls sogenannte „Buschen“ für das Einheizen der Backöfen oder als Besenreisig.

 

Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen