Heimat ist dort, wo du willkommen bist!
Kirchhellen bewahren - gestalten - erleben

Käthe-Kollwitz-Straße

Die Käthe-Kollwitz-Straße liegt im Wohnbereich zwischen Schulstraße und Brahmweg. Käthe Kollwitz, geb. Schmidt, Graphikerin, Malerin, Bildhauerin, geboren 8.7.1867 in Königsberg, gestorben 22.4.1945 in Moritzburg bei Dresden, schuf in realistischer Art vor allem Zeichnungen und graphische Folgen, die das Leben des Großstadtproletariats schildern. Werke: Der Weberaufstand, 6 Blätter (1895- 1898); Bauernkrieg, 6 Blätter (1903-1908); Gefallenenmal, Eesen bei Dixmuiden (1932): Tagebuchblätter und Briefe.

Kapellenstraße

Kapellenstraße

Die Kapellenstraße ist die zur Kirche Feldhausen (ehemalige Schlosskapelle des Hauses Beck) führende Straße.
   
Die Kapellengründung geht auf eine Stiftung des Johann von der Becke und seiner Ehefrau Elsa im Jahre 1463 zurück. Wahrscheinlich ist die Kapelle aber schon älter, denn es heißt in der Urkunde: „...hebt doen bouwen ene neue Capell tho Velthusen...“.  

Kaplan-Xanten-Straße

Kaplan-Xanten-Straße

Die Kaplan-Xanten-Straße verbindet die L 623 (Bottroper Straße) mit der Burgstraße.

"Use olle Kaplan", wie die Kirchhellener den Kaplan Xanten nannten, ist in die Geschichte Kirchhellens eingegangen. 1802 in Dorsten geboren, kam er nach seiner Priesterweihe nach Kirchhellen und blieb hier 71 Jahre bis zu seinem Tode im Jahre 1897 als Kaplan. Nicht ohne Grund zeichnete ihn der König von Preußen mit dem "Adlerorden", dem "Kronenorden" und, nachdem er auf eine 70jährige Tätigkeit in der Gemeinde zurückblicken konnte, auch mit dem "Roten Adlerorden" aus.

Karl-Rahner-Straße

Die Karl-Rahner-Straße verbindet Ottenschlag und Schneiderstraße.

Sie wurde nach dem katholischen Theologen Karl Rahner, geboren 1904, verstorben 1984, benannt. Rahner gilt als einer der wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts, da er versuchte, modernes Gedankengut mit der Tradition zu verbinden.

Karl-Wessels-Straße

Sie verbindet östlich der Kirche Grafenwald die Schneiderstraße mit der Friedenstraße.
Benannt wurde sie nach dem früheren Lehrer Karl Wessels, der an der Schule Grafenwald unterrichtete. Als engagierter Heimatfreund und Heimatforscher hat er zahlreiche Aufsätze über Kirchhellens Geschichte und Brauchtum geschrieben. Auch der Naturschutz verdankt ihm unendlich viel: Verhinderung der Begradigung des Rotbaches, sodass er heute auf Kirchhellener Gebiet noch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist, den Schutz des Hochmoores „Kletterpoth“ u.a. Bekannt sind auch seine zum Teil in plattdeutscher Sprache abgefassten Gedichte.

Am 9.11.1930 verunglückte er auf tragische Weise an der „Todeskurve“, auf deren Gefährlichkeit er am Tage vorher in seiner Klasse noch eindringlich hingewiesen hatte.

Kirchhellener Ring

Kirchhellener Ring

Aus dem ehemaligen Nord- und Ostring wurde nach der kommunalen Neuordnung der "Kirchhellener Ring". Der Heimatverein hätte sich damals lieber "Hillenring" zur Erinnerung an das Geschlecht "von Hillen", das unserem Ort den Namen gegeben hat, gewünscht.

Am Kirchhellener Ring befinden sich die Bezirksverwaltungsstelle, das Brauhaus am Ring, die evangelische Pauluskirche, das Hallenbad und die Hauptschule Kirchhellen.

Der Kirchhellener Ring führt von der Münsterstraße in einem großen Bogen über eine Kreuzung mit der Hauptstraße bis zur Hackfurthstraße, von wo aus er durch das Neubaugebiet bald bis zur Rentforter Straße weiter geführt werden soll. So soll er die neue Ortsumgehung Kirchhellens werden.

Kirchstraße

Sie führt eigentlich hinter „Den Gärten“ her von der Gartenstraße zur Straße „An St. Johannes“.
 
Auf ihr, bzw. ihrer Vorgängerin, stellten sich in früheren Jahren nach dem alltäglichen morgendlichen Kirchgang die Schulkinder auf zum gemeinsamen Abmarsch mit ihren Lehrern zur Johannesschule. Wer den Gottesdienst geschwänzt hatte, nahm hier die Gelegenheit wahr, sich aus den die Gärten umgebenden Hecken noch in die Reihen zu schmuggeln.

Klaus-Groth-Straße

Sie liegt im Wohngebiet zwischen Tollstock und Loewenfeldstraße.
 
Klaus Groth, niederdeutscher Dichter, geboren 1819 in Dithmarschen, gestorben 1899 in Kiel. Seinen Ruf als Dichter begründete er durch seine Gedichtsammlung „Quickborn“ in dithmarscher Mundart und durch die Dorfgeschichten „Vertelln“. Er war ein leidenschaftlicher Verfechter der Anerkennung des Plattdeutschen als deutsche Schriftsprache. Bekannt sind seine Kinderreime „Voer de Goern“, die von L. Richter bebildert wurden.

Köckenkamp

Köckenkamp

Verbindung hinter der Bahn in Feldhausen zwischen Feldhausener Straße und Schloßgasse.
 
Der „Köckenkamp“ liegt in der Nähe des Hauses Beck, daher ist anzunehmen, dass sich hier der Küchengarten, der Gemüsegarten des alten Hauses Beck befunden hat (Köcke = Küche).    

Köhlerstraße

Im Bereich der Grafenmühle läuft sie von der Straße „Zur Grafenmühle“ auf den „Alten Postweg“.
 
Noch im 19. Jahrhundert waren in den Wäldern um Grafenwald die Köhler tätig, die aus Holz die für die Verhüttung von Eisenerz notwendige Holzkohle in großen Meilern brannten. Als an ihre Stelle der Koks trat, starb dieser Beruf bei uns aus. Erst das Zeitalter des Grillens hat die Holzkohle wieder bekannt gemacht.

Körtlingsfeld

Körtlingsfeld ist eine Straße zwischen Feldstraße und „Am Pastors Busch“.
 
Den Namen erhielt sie von dem dort ansässigen Kotten Körtling an der Burgstraße, der seit 1660 nachweisbar ist. „Jost an der Körtelig“ ist im Kurfürstlichen Lagerbuch verzeichnet. 1672/73 meldet Körteling einen Schaden an, den er durch die Franzosen erlitten hat, der mit dem der großen Höfe Schulte, Frie und Horsthof vergleichbar war. 
 
„Kort“ ist ein Patronym von Konrad, kann aber auch „der Kurze“, „der Kleine“ bedeuten. Das „Jost an der Körtelig“ lässt in dem Namen auch eine Ortsbezeichnung vermuten, deren Bedeutung aber nicht enträtselt werden konnte.

Kolkacker

Der Kolkacker stellt die Verbindung her zwischen Lohbrauksweg und Mesteroth. Ein Kolk (niederdeutsch) ist ein Wasserloch, das natürlich weit und breit nicht mehr vorhanden ist, aber den Beweis erbringt, wie wasserreich der Kirchhellener Raum gewesen sein muss (aus dem indogermanischem „gel“ = Wasserloch).

Kreienkampsweg

Dieser Weg läuft von der Dinslakener Straße auf die Straße „Auf dem Espel“. Benannt ist die Straße nach dem Hof Kreienkamp. Vielleicht besagt das Wort Kreienkamp nichts anderes, als dass der Kamp (mit Baumbestand) ein bevorzugter Ruheplatz für Krähen war (Schlafbäume). „Kreien“ deutet auch auf Wasser hin, Wasser im weitesten Sinne; siehe: Kreiensen, Krei(d)ach usw. Wo aber sollte man hier das Wasser suchen? Wenn, dann könnte nur der Breilsbach gemeint sein.

Kreuzkamp

Der Kreuzkamp führt durch das Siedlungsgebiet zwischen Schulstraße und Münsterstraße, nordwestlich der Dringenburg. Benannt ist die Straße nach dem dort stehenden Feldkreuz, das bei großen Prozessionen auch Segensstation ist.         

Küferstraße

In einer Zeit, als Kirchhellen noch etliche Brennereien und Brauereien besaß, als Bohnen und Weißkohl (Kappes) noch in Fässern eingesäuert und so haltbar gemacht wurden, gab es bei uns auch Küfer (auch Böttcher genannt) Handwerker also, die Bottiche, Fässer herstellten. Im Jahre 1840 zählt der damalige Bürgermeister von Kirchhellen, Tourneau, immerhin noch zehn Küfer, die für die nötigen Fässer und Bottiche (auch Waschfässer, Pökelfässer und „Ahlfätter“) sorgten.

Lehmschlenke

Lehmschlenke

Die Lehmschlenke läuft von der Bottroper Straße nach Westen über die Straße „Sensenfeld“ bis zum „Alten Postweg“.

Mit Schlenke bezeichnet man Wege oder auch Bäche, die sich durch sich krümmende, bruchige Engtäler winden (siehe: Schlenker, aus dem Niederdeutschen „Schlenge“). Schlengen sind dort Bodenerhebungen auf Mooroberflächen. Die sich zwischen den Schlengen oder Bülten hinziehenden Vertiefungen werden noch heute Schlenken genannt. Wer auf der Lehmschlenke einmal versucht hat, ein Loch zu graben, dem wird der Zusatz „Lehm“ bald klar. Der Lehm wurde in alter Zeit zu Feldbränden genutzt. 

Die ehemaligen Lehmkuhlen sind noch heute im Gelände deutlich sichtbar. Übrigens gibt es noch in Kirchhellen die Beukenschlenke, Kohlschlenke, Braukmannsschlenke und den Familiennamen Beukenschlenke.

Lemmhof

Der Lemmhof verbindet die Straße „Zum Kletterpoth“ mit der Holthausener Straße.
Die Silbe „Lemm-“, „Liem“, „Leim“ bedeutet Lehm. Der Lemmhof musste somit ein Hof auf lehmigem Grund gewesen sein.
In einem Höfeverzeıchnis von 1498 ist unter „Holthausen“ Jo(hannes) Lemmen aulgeführt. Der gleiche Hof hieß im 13. Jahrhundert „bonum (Gut) welinchove' und im 17. .Jahrhundert „Wilkenhove". Viel ist über ihn nicht bekannt, nicht einmal seine Lage ist genau zu bestimmen, er soll an der nach ihm benannten Straße gelegen haben.

Ob „dat Lemmhüsken“, das in den dreißiger Jahren abgerissen wurde und im Dorfe neben Xanten lag, etwas mit diesem Hofe zu tun hatte, lässt sich auch nicht mehr feststellen.

Lerchenweg

Der Lerchenweg liegt in der „Vogelsiedlung“ zwischen ehemaliger Bahnlinie Kirchhellen-Bottrop und der Straße Dorfheide.
 
Die Lerche gehört zur Familie der Singvögel mit vielen Arten. Bekannt sind bei uns die Haubenlerche, Feldlerche und Heidelerche.

Liboriweg

Liboriweg

Der Liboriweg läuft von der Zweckeler Grenze über den Lippweg am Heiligenhäuschen vorbei zur Feldhausener Straße.
 
In Feldhausen war besagte Kapelle unter der Bezeichnung „Hilligenhüsken“ - Heiligenhäuschen - seit eh und je bekannt. Es wurde als Feldkapelle vom Freiherrn von Wenge durch den damaligen Hofarchitekten Johann Konrad Schlaun errichtet. Freiherr von Wenge war als Münsterscher Generalleutnant unmittelbarer Dienstvorgesetzter Schlauns, der übrigens u.a. auch das Schloss in Münster, Haus Beck, den Erbdrostenhof und die Clemenskirche erbaute. 
 
Die Kapelle war ausgestattet mit einem Barockkreuz aus Sandstein, der Heiligengruppe St. Anna Selbdritt und der hl. Walburgis. In einer Nische an der Südseite stand die Statue des hl. Liborius. Dies war eine Konzession an einen Bruder des Erbauers, der Domherr in Paderborn war, und Liborius war Patron des Bistums Paderborn. 
 
Die Figur des hl. Liborius wurde bereits in den zwanziger Jahren mutwillig so schwer beschädigt, dass sie aus der Nische genommen wurde. Die Nische selbst ist längst zugemauert. Die Idee, das Kapellchen und danach die Straße als Liboriuskapelle zu bezeichnen, stammt vom damaligen Pastor Oomen aus Feldhausen, der auch die im Kriege zerstörte Kirche Feldhausens wieder aufgebaut hat.

Lippweg

Lippweg

Der Lippweg war bis in die zwanziger Jahre hinein der einzige Weg nach Feldhausen, die heutige Feldhausener Straße ist noch verhältnismäßig jung.

Lippweg - Weg zur Lippe? Dies erscheint zunächst unwahrscheinlich, doch es ist so.

Der Lippweg ist eine der ältesten - historischen - Straßen mit überörtlicher Bedeutung, die durch Kirchhellen führten. Erst als Römerstraße, aus dem Raume Xanten kommend. Seinen Verlauf geben Forscher wie folgt an: Xanten - Schermbeck (hier Lippeüberführung) - westlich des Hardtberges nach Kirchhellen - hier nach Osten abschwenkend. Auch als germansiche Heerstraße wird der Lippweg angesehen. Die Franken haben ihn in ihren Sachsenkriegen benutzt. Er wird in der Stiftungsurkunde der Vikarie St. Marien Feldhausen 1473 zweimal namentlich als Lyppwech erwähnt. 

Die Lippe, nach dem Zeugnis des Tacitus und des Strabo (griechischer Geograph um Christi Geburt) ursprünglich Lupia lautend, gehört in eine Reihe mit den alteuropäischen Flussnamen Lupia in Polen, Lupow in Pommern, Luppe zur Elster, Loupe in Frankreich, Luppach im Elsass. Der Name ist also sowohl in slawischen als auch im keltoligurischen Raum zu Hause.

Loewenfeldstraße

Die Loewenfeldstraße führt vom Kirchhellener Ring zur Straße „Im Pinntal“.
Von Loewenfeld war ein Freikorpsführer, der mit seiner Brigade in die Kämpfe des Jahres 1920 um das Ruhrgebiet eingriff, dabei auch in Kirchhellen eingesetzt war und hier in den Kämpfen eine Reihe seiner Leute verlor, die auf dem „Alten Friedhof“ beigesetzt wurden.

Um diesen Straßennamen hat es heftige Auseinandersetzungen unter Politikern und politischen Gruppen gegeben. Man beschloss aber, den Namen als mahnendes und warnendes Zeichen beizubehalten. Dazu wurde ein Zusatzschild unter dem Straßenschild hinzugefügt.

Lohbraucksweg

Lohbraucksweg

Der Lohbraucksweg führt in weitem Bogen von der Feldhausener Straße nach Nordwesten über den Grenzbach zur Dorstener Straße. Die Silbe "Loh" steht hier für Gebüsch, Wald. "Brauk" bezeichnet Sumpf und Moor (althochdeutsch "bruoh"). An diesem Weg liegt der uralte Hof Dieckmann, also der „Mann, der seinen Hof am Dieke = am Teiche“ stehen hatte. Henrich ten Dyke - wahrscheinlich dem Hofe entstammend - war der erste Vikar der 1473 gestifteten Vikarie St. Marien Feldhausen.


Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen