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Färberweg

Der Färberweg liegt im Bereich der Wohnbebauung südlich der Schneiderstraße. Dieser Weg ist nach einem ausgestorbenen Beruf der Färber benannt, die hierzulande das selbstgewebte Leinen mit Indigo, einem aus tropischen Pflanzen gewonnenen Farbstoff, einfärbten.

Falkenweg

Der Falkenweg ist einer der "Vogelwege" im Wohngebiet Eichenkamp. Die Falken zählen zur Familie der Tagraubvögel und sind in Europa durch mehrere Gattungen vertreten: Wanderfalke, Würgefalke (Südosteuropa), Gerfalke (Norwegen/Island), Jagdfalke, Baumfalke, Turmfalke. Letzterer ist bei uns häufig anzutreffen.

Fasanenweg

Im Bereich des Eichenkamps. Gemeint ist hier aus der großen Zahl der Fasanenfamilie der Edel- und Jagdfasan, der vom Schwarzen Meer bis Japan hin verbreitet ist. Im Altertum kam er nach Griechenland und im Mittelalter nach Deutschland, wo er seit der Zeit zu den beliebtesten Jagdvögeln zählt. Die vielen "Fasanerien", die wir an oder in der Nähe von Schlössern finden, waren oder sind Nachzuchtbetriebe für Fasanen, die seit Ende des 17. Jahrhunderts für genügenden Nachwuchs an Jagdfasanen sorgten.

Feldhausener Straße

Diese Straße stellt die direkte Ost-West-Verbindung vom Ortskern Kirchhellens nach Feldhausen her. Diese Straße wurde Ende der zwanziger Jahre gebaut. Früher ging der Weg nach Feldhausen über den Lippweg.

Feldstraße

Sie schafft die Verbindung zwischen Burgstraße und Bottroper Straße an der Neuapostolischen Kirche vorbei. Sicherlich hat man sie nach den dort im Flurstück gelegenen "Mühlerts Feld" und "Körtlingsfeld" benannt.

Fernewaldstraße

Die Fernewaldstraße zweigt in Höhe der Einmündung der Straße Vossundern in die Bottroper Straße von dieser nach Südwesten ab, geht am Gelände des inzwischen abgerissenen Gutshofes Fernewald vorbei (heute befindet sich dort die Halde Schöttelheide), macht einen Knick nach Süden, läuft an der Halde Haniel vorbei und geht in die Fernewaldstraße auf Alt-Bottroper Gebiet über. Fernewald hat mit dem "Fernen Wald" nichts zu tun. Die Vorsilbe "fern" ist entstellt und hat ehedem "veren" geheißen. "Ver" oder "Fern" ist ein verklungenes uraltes Wort für Sumpfgehölz. Da Spechts- und Ebersbach diesen Wald entwässern, trug er seinen Namen sicherlich zu Recht. Übrigens hieß im Jahre 1614 der Fernewald noch Verenwald.

Finkenweg

Der Finkenweg ist eine Straße im Wohngebiet westlich der Horsthofstraße und nördlich der Hackfurthstraße. Finken gehören zu einer in vielen Arten über die ganze Erde verbreiteten Familie der Singvögel; daher auch der charakteristische Kegelschnabel. Zu ihnen gehören: Buchfinken, Gimpel, Kernbeißer, Kanarienvogel, Zeisig, Sperling.

Flasacker

Der Flasacker ist ein kurzer Weg zwischen Feldhausener Straße und "Im Winkel". Flas ist die plattdeutsche Bezeichnung für die Faserpflanze Flachs. Mit Flachs bezeichnet man die Leinpflanze und auch ihre Fasern, aus denen das Leinen gesponnen und gewebt wurde. Flachs ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die für die Fasergewinnung angebaut wurde, in Ägypten und Mesopotamien bereits seit dem 4. Jahrhundert.

Flugplatzstraße

Diese Straße führt von der Dinslakener Straße zum Sportflugplatz Schwarze Heide. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände nördlich der Dinslakener Straße zu einem Militärflugplatz umgebaut. Von dort aus startete die Luftwaffe im Jahre 1940 ihre Angriffe nach Holland und Belgien. Nach dem Kriege funktionierte eine Flugplatzgesellschaft einen Teil der Gesamtfläche zu einem Start- und Landeplatz für Klein- und Segelflugzeuge um.

Forststraße

Forststraße

Die Forststraße führt von der Rentforter Straße in Höhe der Autobahnbrücke in Ost-West-Richtung durch die Hohe Heide zur Bottroper Straße. Anfang des 19. Jahrhunderts, unter Bürgermeister Tourneau, hieß diese Straße Steffen- oder Stephanstraße. Ob diese Straße von einem Eigennamen hergeleitet ist, konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden.

Frankestraße

Die Frankestraße erschließt das Wohngebiet östlich der Grundschule Grafenwald.
Benannt ist sie nach dem Pastor Bernhard Franke von Grafenwald, geboren 1888 in Vreden, gestorben 1967 in Grafenwald.

Von 1938 bis 1967 war er dort Pfarrer, also auch während der schlimmsten Jahre unserer Geschichte. Die über ihn heute noch existierenden Unterlagen aus der Nazizeit und die Berichte von Zeitgenossen schildern ihn als unerschrockenen Gegner der Gewaltherrschaft Hitlers. "Seine Eintragung ins Tagebuch vom 27. März 1945, also dem Tage der Besetzung Grafenwalds durch die Amerikaner, lautet: „ ...Das dritte , das 1000jährige Reich Adolfs ist zusammengebrochen. Wir sind frei und dürfen den Mund wieder auftun ... “

Freiligrathstraße

Sie liegt im „Dichterviertel“ zwischen Garten- und Schulstraße. Ferdinand Freiligrath, geboren 1810 in Detmold, gestorben 1876 in Cannstadt. Als Dichter wurde er bereits 1838 so erfolgreich, dass er seinen Beruf als Bankangestellter aufgab und sich ganz der Dichtkunst widmete. Mit seinem Gedichtband „Glaubensbekenntnisse“, einem Band politischer Gedichte, stellte er sich ganz in den Dienst sozialer, freiheitlicher Ideale. 1849/50 folgten die „Neueren politischen und sozialen Gedichte“. Wen wundert es, dass er mehrfach verhaftet wurde und ins Ausland fliehen musste. Im Jahre 1870 schrieb er dann vaterländische Kriegslieder: „Hurrah Germania“ und „Der Trompeter von Gravelotte“, womit er sich mit dem monarchistischen Deutschland wieder versöhnte.

Friedenstraße

Die Friedenstraße von der Bottroper Straße bis zum Prozessionsweg schließt das Wohngebiet Grafenwald nach Süden ab. Wer und wann und warum man dieser Straße diesen Namen gegeben hat, ist nicht mehr feststellbar.

Fries Kamp

Der Fries Kamp verläuft südlich der Schulze-Delitzsch-Straße. Benannt ist die Straße nach dem früher auf dem Johann-Breuker-Platz gelegenen Hof Frie. In dem Wort „Kamp“ steckt das lateinische „campus“, das das Ackerland, das Saatfeld meint.

Fritz-Reuter-Straße

Sie liegt in dem Wohngebiet zwischen Schulstraße und Brahmweg.Fritz Reuter, geboren 1810 in Stavenhagen, gestorben 1874 in Eisenach, wurde bekannt durch seine in Mecklenburger Platt verfassten Gedichte und Erzählungen. Wegen seiner Teilnahme an sogenannten „Umtrieben“ der Burschenschaften verhaftete man ihn 1833. Drei Jahre verbrachte er in Untersuchungshaft, und nach seiner Verurteilung 1836 - zum Tode, dann zu 30jähriger Festungshaft - wurde er erst 1840 entlassen. Sein weiterer Lebensweg: Zehn Jahre Landwirtschaft (Gutsinspektor), dann Privatlehrer und Schriftsteller.Am bekanntesten von seinen Werken sind wohl: „Ut de Franzosentied“, „Ut mine Festungstied“ und „Ut mine Stromtied“ mit der allbekannten Gestalt des „Onkel Bräsig“.

Gahlener Straße

Gahlener Straße

Sie führt von der Münsterstraße zu unserem westlichen Nachbarn Gahlen. Der Name Gahlen ist dem indogërmanischen Wasserwort „gal“ entlehnt. Siehe „Gelmer“ (um 1030 Galmeri geheißen) bei Münster; ein Galenbach fließt zum Inn. „Gal“ meint noch heute im Rheinischen eine nasse, feuchte Stelle.

Gartenstraße

Gartenstraße

Bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg lagen die Hausgärten Kirchhellens entlang der Hauptstraße, von der Bottroper Straße bis zur Einmündung der Gartenstraße neben dem Eiscafe Pisa. Von dort setzten sich die Gärten bis über das Krankenhaus hinaus fort. Die alte Flurbezeichnung hieß: "Die Gärten". Die Gartenstraße, die früher an die Hauptstraße angebunden war, führt heute über den Kirchhellener Ring bis zur Pelsstraße.

Geitlingsweg

Der Geitlingsweg ist eine Stichstraße von der Bottroper Straße südlich der Einmündung der Schneiderstraße in Richtung Westen. Benannt ist der Weg nach dem früher dort gelegenen Hof Geitling.

Gerberstraße

Diese Straße liegt im „Handwerkerviertel“ zwischen Schneiderstraße und Friedenstraße. 
 
Der Gerber ist der Handwerker, der Tierhäute zu Leder verarbeitet. Früher gewannen die Gerber die zum Gerben verwendete Säure aus der Eichenrinde, die Lohe. Das Sauerland mit seiner Haubergswirtschaft lieferte die notwendige Rinde. Heute ersetzt die chemische Industrie mit ihren Produkten diese Eichenlohe. 
 
Aus einem alten Rechnungsbuch des Schuhmachers Johann Lepper wissen wir, dass er auch mit Lohe gehandelt hat. In einer Abrechnung von 1836 heißt es: „ 1068 Pfd. Lohe nach Dinslaken gebracht; und Lohe an den Rhein gebracht... “ Sein Geschäftsfreund war übrigens B. Brahmkamp, genannt Andrees im Wald (siehe: Andresen Strang).

Glasbläserweg

Der Glasbläserweg liegt in dem (fast) ausschließlich nach zum Teil alten Handwerken benannten Gebiet südlich der Schneiderstraße. Der Glasbläser stellte früher mithilfe eines Blasebalgs, heute mit einem Gasbrenner, geformte Gegenstände aus Glas her.

Glaserhüttenheide

Die Glaserhüttenheide zweigt von der Bottroper Straße nach Westen ab und stößt auf die Straße „Wiesengrund“.

Die Straße hat ihren Namen nicht etwa von einer Glashütte, denn eine solche hat es bei uns nie gegeben. Die Silbe „Glas“ bedeutet nichts anderes als „glatt“, „lehmig“. Der „glatte“, tonige Boden dort diente zur Herstellung von Ziegelsteinen, insbesondere von Dachpfannen. Im vorigen Jahrhundert lobte sogar das Königlich-Preußische Amtsblatt die Qualität der nach holländischem Vorbild hergestellten glasierten Pfannen. Bürgermeister Tourneau sagt in seiner Chronik: „...und nur eine Dachziegelei auf dem Grafenwalde, ist bis jetzt die einzige Fabrickanlage. Sie lieferte in diesem Jahre (1830) ein Fabrikat, daß höheren Orts durch das Amtsblatt öffentlich belobt wurde... “

Goldbredde

Die Goldbredde ist ein Weg, der zwischen Horstkamp und Börker Feld in Ekel verläuft. Hier hat - es wäre auch zu vordergründig - „Gold“ nichts mit dem Edelmetall zu tun. Die Silbe „Gold“ ist eine uralte Variante zu „gol“, sodass es eigentlich Golbredde heißen müsste. „Gol“ bedeutet hier wieder einmal Moorwasser, verständlich, wenn wir die Lage der Flur Nr. 8 berücksichtigen, die in der ganzen Länge vom Breilsbach durchflossen wird (indogermanisch „gol“, „gel“ = Wasserloch). Vergleiche: Goldmiere; Goldache (ache = Bach); auch unser heutiges „Gülle“ hat seinen Ursprung in „gol“ (mittelhochdeutsch = die Pfütze).  Mit „Bredde“ (hochdeutsch: Breite) ist eine flache Ebene gemeint, die nicht unbedingt feucht oder gar sumpfig zu sein braucht.

Gottfried-Kappen-Weg

Dieser Weg liegt zwischen Hellen Straße und Tappenhof.

Gottfried Kappen, geboren 1906, gestorben 1981, war Bildhauer, der lange Jahre sein Atelier in der Mühle von Haus Brabeck hatte. Er war einer der ersten Künstler, die Polyester als Werkstoff einsetzten.

Gregorstraße

Gregorstraße

In unmittelbarer Nachbarschaft dieser Straße, die an der Gregorschule entlangführt, wurde am 29. September 1829 auf dem Hof Janknecht Theodor Janknecht geboren. (Gregor war sein Ordensname.) 

Als Franziskanerpater wirkte er als Philologielehrer, Provinzial, Gründer einer Ordensprovinz in den USA, Gründer der neuen Ordensniederlassungen Appolinarisberg-Remagen, St. Annaberg in Oberschlesien, Münster, Aachen und Hülfensberg. Er führte seine ihm anvertrauten Ordensbrüder durch die Wirren des Kulturkampfes in Preußen und - das war Wohl sein größtes Werk und zugleich die Krönung seines Lebens - baute die Brasilienmission grundlegend neu wieder auf. Er starb am 1. März 1896.

Grenzstraße

Die Grenzstraße bildet im Norden die Grenze zwischen unserem nördlichen Nachbarn Dorsten und Kirchhellen von der Dorstener Straße bis zur Bahntrasse Feldhausen-Dorsten.   

Grotenweg

Grotenweg

Dieser Weg stellt eine Verbindung her zwischen Dinslakener Straße und der Straße Zum Kletterpoth; er ist, wie so viele Wege in Kirchhellen, reiner Wirtschaftsweg.

Am Namen dieser Straße wird so recht die Falschinterpretation des ursprünglichen Namens deutlich. Noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hieß dieser Weg „Grutweg“. Der Namengeber hat aus „Grut“ die so widersinnige Bezeichnung „Grot“ gemacht. Was ihm dabei vorgeschwebt haben mag, ist nicht mehr festzustellen. Dass „Grut“ etwa die plattdeutsche Bezeichnung für „groß“ sein könnte, ist grundweg falsch. 

Grut, das dort und Wohl auch noch an anderen Stellen angebaut wurde, ist nichts anderes als eine alte Bezeichnung für die wildwachsende Rosmarinpflanze, den Porst oder Porsch, eine Pflanze, die in die Familie der Eriken gehört. Diese wurde bei uns angebaut und anstatt des Hopfens zum Bierbrauen verwendet. 

Von „Grut“ leitet sich auch der Familienname „Grüter“ und mit dem in Westfalen so gebräuchlichen Patronymikum „-ing“ in „Grütering“ her, er war halt der Bauer, der Grut anbaute. Vor hundert und mehr Jahren gab es bei uns noch eine Reihe kleine und kleinster Brauereien, die in der Hauptsache für den Eigenbedarf Bier herstellten. Tourneau meldet für das Jahr 1830 noch drei Brauereien, nachdem durch die Besteuerung von Bier und Branntwein durch die Preußen ab 1819 die meisten Braukessel ihre Arbeit eingestellt hatten. Interessant zu hören ist die Reaktion des Bürgermeisters auf diese Besteuerung: „ ... das beste ist, dass von jeder Schenkwirtschaft ein ziemlich hoher Satz erlegt werden muss, denn hierdurch werden sich die zahlreichen Schenken auf dem Lande welche der öffentlichen Sicherheit sowohl, als auch der Moralität des Landmanns gefährlich sind, vermindern... “

Grüner Weg

Grüner Weg

Der Grüne Weg liegt in Feldhausen im Bereiche des Kuhberges und verbindet die Dorstener Straße mit dem Liboriweg. Die Feldhausener befassten sich in den 50er Jahren mit der Namengebung ihrer Straßen und Wege. Ihre Absicht war es, Allerweltsnamen zu vermeiden, eine Auffassung, die sich bei der Eingemeindung Kirchhellens nach Bottrop bewährt hat. Bevorzugt wurden in erster Linie Flurbezeichnungen, die ein hohes Alter aufwiesen und die aussagekräftig waren. Eine Flurbezeichnung stand hier nicht zur Verfügung, da der „Kuhberg“ schon vergeben war. So fand denn die Bezeichnung Grüner Weg allgemeine Zustimmung für den damals noch nicht befestigten und kaum bebauten Weg.

Grüteringsfeld

Grüteringsfeld
Diese Straße verbindet Wiesental mit Utschlagstraße.  Die Familie Grütering (zur Namendeutung siehe: Groten Weg) lässt sich für einige Jahrhunderte in Kirchhellen zurückverfolgen. In einer von Dr. Weskamp erwähnten Dorstener Urkunde aus dem Jahre 1513 ist das „Erbe Grueterinck, dass Claehs Grüterinck bewohnt, gelegen im Kirchspile Kirchhellen“, Gegenstand einer Vereinbarung. Im Kurfürstlichen Lagerbuch von 1660 erscheint: „Grütering, gehört nacher Brabeck, gibt in contribution 2 Rthlr., 1 Rixort, in die Kellnerey ein Scheffel Burhaber und 1 rad.alb. “ (Rader Albus = Weißpfennig). In einer Aufstellung der Schäden, die den Holthäusern durch die Franzosen in den Jahren 1672/73 (Reunionskriege Ludwigs XIV.) entstanden sind, ist auch „Johann Grüteringh“ mit einer Schadenssumme von 501/2 Rthlr. aufgeführt.  „Grütering, Bauer“ ist noch in einer Einwohnerliste von 1818 aufgeführt, ebenfalls in der Steuerliste von 1824. Im ersten Adressbuch Kirchhellens wird ein Bernhard Grütering genannt, dann verliert sich der Name. Nur die Grüteringsmühle, eine abgerissene Mühle, ist noch den älteren Kirchhellenern bekannt.

 

Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen