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Kirchhellen bewahren - gestalten - erleben

Christfurth

Die Christfurth läuft in Nord-Süd-Richtung am Rande des oberen Boytales hinweg zwischen „Glaserhüttenheide“ und „Am Schleitkamp“. Der Name ist wahrscheinlich von „Chrest“ oder „Krest“ herzuleiten, beide Begriffe sind keltischen Ursprungs und bezeichnen Sumpfbäche (hier die Kleine Boy mit ihren zahlreichen Zuflüssen). Die Silbe "-furth" hat noch die heutige Bedeutung behalten. Übrigens gibt es Ortsnamen mit dieser Zusammensetzung Christ-, Chrest-, Krest- im gesamten ehemals keltischen Siedlungsraum.

Clemens-Hofbauer-Straße

Diese Straße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Bebauung des Raumes südlich der Hauptstraße angelegt. Sie verbindet die Hauptstraße (früher Bahnhofstraße) mit der Straße „Am Schölsbach“. Clemens Maria Hofbauer, der „Apostel Wiens'“, geboren 1751, gestorben 1820, trat 1784 dem Redemptoristenorden bei, führte den Orden in Warschau, in der Schweiz und in Wien ein, wo er seit 1808 wirkte und insbesondere auf die Wiener Spätromantik großen Einfluss hatte. Im Jahre 1909 wurde er heilig gesprochen. Das dort in der ehemaligen Besitzung Körner im Jahre 1946 gegründete Redemptoristenkloster, das den Namen dieses Heiligen trägt, hat zur Benennung der Straße Anlass gegeben.

Dännenkamp

Der Dännenkamp ist eine Stichstraße vom Sensenfeld in Richtung Alter Postweg. Bei der Namendeutung könnten wir es uns einfach machen. Dännenkamp = Tannen-Kamp. Stutzig macht uns aber das „Dännen“ für Tannen, da man doch in Kirchhellen „Dannen“ statt „Dännen“ sagte. Im Übrigen liegt diese Straße nicht im Bereich des Flurstücks Dännenkamp, das bei der Grafenmühle, also weiter südlich, zu suchen ist, also in dem Feuchtgebiet um Pötteringsbach und Mühlenteich. Sollte Dännen nicht mit Tannen gleichzusetzen sein, könnte in dem Wort das Altgermanische „dennian“ = feucht oder das Mittelniederdeutsche „Deine“, das eine Nebenform von „Denne“ ist, stecken. Somit wäre der Dännenkamp nichts anderes als ein feuchter Kamp, verständlich nach der Lage des oben genannten Flurstücks. In dem Wort „Kämpe“ steckt das lateinische „campus“, das das Ackerland, das Saatfeld meint.

Dinslakener Straße

Diese Straße ist noch nicht sehr alt. Sie wurde erst mit der in den zwanziger Jahren durchgeführte Melioration (Urbarmachung) der Schwarzen Heide als Verbindung nach Dinslaken geschaffen. Bis dahin gelangte man über den Hiesfelder Weg dorthin. Dinslaken ist unsere westliche Nachbargemeinde. Sie ist, wie Kirchhellen, schon sehr alt. In den Grundbüchern der Abtei Werden erscheint der Name bereits im 12. Jahrhundert. Hier erscheint der Ort unter der Bezeichnung "Laka juxta Histincfelde", also: (Dins)laken in der Nähe von Hiesfeld. Eine Urkunde aus dem Jahre 1163 nennt einen "Antonius de Dynslacken".

Dorfheide

Die Bezeichnung Dorfheide findet sich nicht in den alten Flurbezeichnungen, vielleicht ist sie entstanden und identisch mit der Vogelboms Heide. Diese Straße verbindet im weiten Bogen die Hackfurthstraße mit der Burgstraße, dabei die Rentforter Straße überquerend. Die Deutung des Namens ist einfach: Es war halt die Heide beim Dorfe. Alte Kirchhellener wussten noch zu berichten, dass sie als Kinder dort Ziegen und Kühe geweidet hatten.

Dorstener Straße

Diese Straße, die L 618, führt von der Grenze Gladbecks über Feldhausen nach Dorsten, unserer nördlichen Nachbarstadt. Übrigens könnte es auch die Dorstener interessieren, woher der Name ihrer Stadt abgeleitet werden könnte. Das Stammwort - zumal Dorsten in alter Zeit Dursten geheißen hat - könnte hier das keltische Wort „dur“ für Wasser sein, und Wasser ist ja in Dorsten nicht weit. Von „dur“ leitet noch eine ganze Reihe anderer Orts- und Flussnamen ihre Bezeichnung her.

Drechslerstraße

Die Drechslerstraße liegt in dem (fast) ausschließlich nach zum Teil alten Handwerken benannten Gebiet südlich der Schneiderstraße. Der Drechsler stellte Möbelteile und Gebrauchsgegenstände aus Holz auf einer Drehbank her, bei uns vielfach verbunden mit dem Beruf des Stellmachers, der Gestelle, Wagen, Karren und Räder herstellte.

Dreufte

Das Flurstück „Auf der Dreufte“ in Flur 74, also nördlich und südlich der westlichen Hackfurthstraße, hat dieser kleinen Straße in diesem Bereich den Namen gegeben. Der Name Dreufte dürfte wohl kaum etwas mit Traufe zu tun haben, da hierzu keinerlei Beziehungen hergestellt werden können. Aber auch die folgende Deutung ist nur ein Versuch. Nehmen wir an, diese Flur hätte ursprünglich „Drevte“ (v = u) geheißen, so steckte in dem Wort die Silbe „drev“, „drab“ und „dreb“, wie sie sich noch in Drewer/Marl, Drebber/Diepholz, Drewer bei Belecke, Drebber/Winsen-Luhe und Driever bei Leer erhalten hat. In der niederländischen und englischen Sprache heißt heute noch „drab“ der Schmutz, der Bodensatz, vergleichbar mit unserem Treber, den Pressrückständen beim Weinkeltern. Dreufte könnte auch von Drift (noch erhalten in „treiben“) hergeleitet werden. Dann wäre die Dreufte ein Platz, auf den das Vieh der Dorfbewohner ge„trieben“ worden wäre, zumal das Flurstück „In der Koppel“ nicht weit ist.

Droßlingstraße

Diese Straße verbindet die Bottroper Straße mit der Mercatorstraße. Die Endung „ing“ lässt auf einen Familiennamen schließen. Gerade westfälische Namen sind gekennzeichnet durch die vielen Patronymika. Patronymika sind Personennamen, die eine Ableitung vom Namen eines Vorfahren, meist des Vaters darstellen. Im norddeutschen und skandinavischen Raum sagt die Endung „sen“ = Sohn (Jansen, Nilsen usw.) das aus, was hier die Endung „ing“ ist. Im Russischen besagt die Endung „witsch“ das gleiche (Petrowitsch = Sohn des Peter, Alexandrowitsch = Sohn des Alexander). Ob die Vorsilbe „Droß-“ von Drossel hergeleitet werden kann, ist unwahrscheinlich. Es bliebe noch die Deutung: „droes“ und „dros“ als Sumpf. Siehe auch das „drosn cumbe“, der Schmutztümpel (Cumbe = Kump = Schüssel) im Englischen. Der Droßling wäre somit ein Mann gewesen, der an einem Sumpfwasser gewohnt hat, was bei der Nähe der Boy als sicher anzusehen ist.

Eichenkamp

Der Eichenkamp ist eine Straße im Wohngebiet zwischen Dorfheide und der ehemaligen Bahntrasse. Warum die Namensgeber nicht den ursprünglichen Namen "Eickenkamp" gewählt haben, ist unerfindlich. So wäre auch die Erinnerung an den geschichtsträchtigen Eickenkampshof wach geblieben. Dieses Haus war nach alten Aufzeichnungen lange Jahre das Wohnhaus des Vikars der Marienvikarie Kirchhellen. Allerdings lag es "an dem Wege, der bei Schulze Oechtering herumgeht, etwa 50 bis 70 Meter weiter wie die Besitzung von Franz Luerweg". Die Familie Eickenkamp bekam den Kotten später als Erbpachtkotten. Das Haus steht heute nicht mehr, sondern wurde weiter östlich im Bereich des heutigen Eichenkamp wieder aufgebaut.

Ekampsweg

Der Ekampsweg führt von der Dinslakener Straße zum Hof Ekamp, heute Schulte-Kellinghaus.

Elsweg

Der Elsweg verbindet den Alten Postweg in schnurgerader Linie nach Südwesten mit dem westlichsten Punkt Kirchhellens, dem Zusammenfluss von Rot- und Schwarzbach, dem sogenannten "Dreiländereck" (Oberhausen, Dinslaken, Kirchhellen). Er ist auch heute noch ein Wirtschaftsweg der Forstwirtschaft, wurde aber zum Wanderweg ausgebaut. "Elsen" oder "Ellern" sind Erlen. Erlen wachsen auf feuchtem Grund. An diesem Weg stand das "Haus Els".

Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen