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Baute

Die Baute führt von der Hackfurthstraße gegenüber der Einmündung „Am Hagelkreuz“ nach Süden über die Straße Tappenhof hinweg bis hart an die Grenze Gladbecks. Auch „Baute“ meint wie „Kämpe“ bebautes Land, Ackerland. Bekannt sind „Bauten“ bei uns vornehmlich in Verbindung mit Ländereien der Adelshäuser. Die Schrift Nr. 2 des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen, die sich mit den Flurbezeichnungen befasst, zählt folgende Bauten auf:
1. Brabecker Baute
2. An der Baute (in zwei verschiedenen Fluren)
3. Unterste Baute
4. Die Baute (in Verbindung mit der Dringenburg)

5. Hackfurther Baute

Bergiusstraße

Die Bergiusstraße ist eine kurze Straße im Kirchhellener Gewerbegebiet und verläuft nördlich und südlich von "Im Pinntal".

Berliner Berg

Berliner Berg

Diese Straße zweigt in Höhe der Einmündung Nordhellenstraße von der L 623 (Münsterstraße) ab und führt auf den Weg „In der Bräuke“. Mit Berlin ist nicht direkt unsere Hauptstadt gemeint. Die Wortschöpfung entstammt einem Einfall Kirchhellener Mitbürger. Ein junger Mann aus Kirchhellen hatte in Berlin bei der Garde gedient. Darauf war er recht stolz. Nach seiner Rückkehr und Einheirat in eine Ekeler Familie brachte er bei allen passenden oder unpassenden Gelegenheiten immer wieder die Rede auf Berlin. So nannten ihn seine Nachbarn schon bald „Berliner“. Da sein Haus auf dem dort Wohl höchsten Punkt (56 m über NN) stand, war auch schnell der „Berliner Berg“ geboren. Der Name steht bereits im Messtischblatt von 1894. 

Birkenweg

Der Birkenweg ist eine Stichstraße, die vom „Wiesengrund" nach Osten abzweigt. Benannt ist sie nach dem Birkenbaum (lat. : Betula). Sie gehört zur Familie der kätzchenblütigen Birkengewächse (Betulaceen) und ist bei uns als Weißbirke, Hänge- oder Trauerbirke und Maie bekannt.

Blaufärberweg

Der Blaufärberweg läuft parallel zur L 623 vom Wiesental über die Heinrich-Grewer-Straße, Holthausener Straße, Zum Kletterpoth, Dinslakener Straße, An der Linde, Packskamp, Auf dem Espel zur Gahlener Straße. Dieser Weg ist nach einem (fast) ausgestorbenen Beruf der Blaufärber benannt, die hierzulande das selbstgewebte Leinen mit Indigo, einem aus tropischen Pflanzen gewonnenen Farbstoff, einfärbten.

Blaufärber als Familienname ist uralt. Im Schatzungszettel (Steuerliste) von 1614 ist ein Blau-vebber aufgeführt. Auch das Kurfürstliche Lagerbuch aus dem Jahre 1660 nennt in Hardinghausen einen Jost Blauferber: „ ... gehört dem von Brabeck zu, gibt an contribution 3 rixort, in die Kellnerey 1/2 Scheffel Haber, 1 rad. albus, thut Leibdienste. N.B. gehört dem Fronen.“ Im Verzeichnis der Häuser aus dem Jahre 1818 ist unter : „Commune Hardinghausen“ als Nr. 21 aufgeführt: „Blaufärber, Tagelöhner.“ Dr. Bette hat hierzu vermerkt: Haus ist abgebrochen, lag zwischen Gertz und Hasebrink. Noch 1824 erscheint derselbe in einer Heberolle zur Aufbringung des Defizits des Kirchspiels Kirchhellen.

Börker Feld

Börker Feld

Der Weg stellt die Verbindung zwischen Räuwenkamp und Nordhellenstraße her. Börkerfeld und Börkerlinde haben wohl den gleichen Wortstamm, zumal sie in den benachbarten Flurstücken 8 und 17 zu finden sind (um den Berliner Berg). Bei der Deutung dieses Namens muss man wohl von der älteren Schreibweise (Zusammensetzung aus "Bork" und "Aue" = Borkauer Feld) ausgehen. Der Begriff "Au" ist als Talaue, also als feuchte Talebene mit typischem Baum- und Buschbestand schnell erklärt. Nur "Bork" macht einige Schwierigkeiten. Der Namensforscher Bahlow sagte, dass "bork-borg-burg" prähistorische Wasserwörter seien.

Böttcherstraße

Die Böttcherstraße liegt in dem Gebiet südlich der Schneiderstraße. In einer Zeit, als Kirchhellen noch etliche Brennereien und Brauereien besaß, als Bohnen und Weißkohl (Kappes) noch in Fässern eingesäuert und so haltbar gemacht wurden, gab es bei uns auch Böttcher, Handwerker also, die Bottiche, Fässer herstellten. Im Jahre 1840 zählt der damalige Bürgermeister von Kirchhellen, Tourneau, immerhin noch zehn Böttcher oder Fassbinder, wie sie bei uns genannt wurden, die für die nötigen Fässer und Bottiche (auch Waschfässer, Pökelfässer und „Ahlfätter“) sorgten.

Bohnekamp

Der Bohnekamp ist eine Straße, die südlich von „Im Breil“ Richtung Tappenhof abzweigt. Früher war der Bohnekamp an den Tappenhof angebunden, doch durch den Bau der Autobahnbrücke des Tappenhofes wurde die Verbindung unterbrochen. In dem Wort „Kamp“ steckt das lateinische „campus“, das das Ackerland, das Saatfeld meint. Ob Bohne etwas mit Bohnen zu tun hat, ist zu bezweifeln. Sicherlich sind in Kirchhellen überall Bohnen angepflanzt worden, nicht nur auf dem genannten Kamp. Es wird wohl ehedem Bonnekamp geheißen haben. Mit „bonne“ kommt man der Sache schon näher. Dieses Wort ist in vielen Ortsnamen enthalten: Bonn; Bonndorf; Bonnstetten/Augsburg; Bonlanden/Württemberg und in unserem Bonnacker. Da die Flurstücke „Bonnacker“ und „Unterste Bonnacker“ wohl zu den feuchtesten Stellen Kirchhellens gezählt werden müssen, ist es unschwer, in „Bonn-“ das keltische Wort „bon“ für Wasser, besser noch Sumpfwasser, zu erkennen.

Bonhoefferstraße

Die Straße verbindet in Feldhausen den Liboriweg mit dem Hövekesweg zwischen Schule und Kindergarten. Dietrich Bonhoeffer war als evangelischer Theologe Studentenpfarrer und Privatdozent in Berlin. 1934 wurde er beratendes Mitglied des ökumenischen Rates und 1935 Leiter des illegalen (!) Predigerseminars der Bekennenden Kirche, der Bewegung innerhalb der evangelischen Kirche also, die dem Machtanspruch der Nationalsozialisten und der „Deutschen Christen“ entgegentrat. Im Jahre 1941 legten die Nazis ihm ein Rede- und Schreibverbot auf. Er schloss sich der politischen Wıderstandsbewegung um den Admiral Canaris an. Noch in den letzten Kriegstagen, am 9.4.1945, brachten ihn die Nationalsozialisten im Konzentrationslager Flossenbürg um.

Boschstraße

Die Boschstraße liegt im Gewerbegebiet zwischen Hegestraße und Drosslingstraße in Grafenwald. Gemeint ist hier nicht der niederländische Maler Hieronymus Bosch, auch nicht der Chemiker Carl Bosch, sondern der 1861 geborene Robert Bosch, der 1902 die Hochspannungsmagnetzündung für Autos entwickelte, die wiederum den Weltruf der "Robert Bosch GmbH" Stuttgart begründete. Heute ist die Firma Bosch immer noch einer der größten Zulieferer für Automobilelektronik.

Bottroper Straße

Bottroper Straße

Als Bottroper Straße wird das Teilstück der L 623 von der Einmündung der Hauptstraße bis zur Grenze Bottrop bezeichnet. Bis 2006 war sie ein Teil der Bundesstraße 223, die heute von Dorsten bis zur Auffahrt der A31 Emden/Oberhausen führt.

Brabecker Feld

Brabecker Feld

Das Brabecker Feld führt von der Rentforter Straße an Haus Brabeck vorbei, überquert die A 31, läuft am Hof Steinmann vorbei über den Weg „Tappenhof“ und erreicht die Hackfurthstraße. Benannt ist der Weg nach dem bereits vor 1000 n.Chr. nachgewiesenen Haus Brabeck.

Brabecker Weg

Brabecker Weg

Der Brabecker Weg beginnt an der Bottroper Straße bei Jandewerth-Beyer, führt geradlinig nach Osten bis zur Rentforter Straße. Benannt ist der Weg nach der bereits vor der Jahrtausendwende nachgewiesenen Burg Brabeck. Im Volksmund hieß der Brabecker Weg bis zur „Hohen Heide“ seit urdenklichen Zeiten „Hippenstraße“, weil dort die zahlreichen Anwohner die „Kühe des kleinen Mannes“, die Hippen (Ziegen) weiden ließen. Wie so viele Straßen und Wege durch und um Kirchhellen war auch die „Hippenstraße“ ein unbefestigter, mit Gras bewachsener Weg, der nur mit Pferdefuhrwerken befahren wurde. Die breiten, grasbewachsenen Ränder boten sich geradezu als Weide für Ziegen und auch Kühe an. Diese wurden entweder von Kindern gehütet oder am sogenannten „Türpoahl“, einem Eisenpflock mit Kette, angebunden, der von Zeit zu Zeit umgetürt werden musste. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg verpachtete die Gemeinde Straßenränder a.n Ziegen-, Schaf- und Kuhhalter.

Brahmweg

Er läuft in Nord-Süd-Richtung durch das Siedlungsgebiet zwischen Gartenstraße und Schulstraße und verbindet den Kirchhellener Ring mit der Straße an der Sandgrube. In Flur 19 gibt es die alte Flurbezeichnung „Am Broahmweg“, die bei der Namengebung der Straße Pate gestanden hat. Broahm ist die mundartliche Bezeichnung für Ginster, der wiederum seinen Namen aus dem Lateinischen „genista“ herleitet. Unser mitteleuropäischer Besenginster (Sorothamnus scoparius) gehört zur Gruppe der gelb- oder weißblütigen Schmetterlingsblüter, die über ganz Europa Verbreitung gefunden haben. Eine zweite Deutung wäre möglich. Brahm meint auch Brombeer- und Dorngestrüpp. Da aber der Name „Brahm“ ein Übersetzungsversuch aus Broahm ins Hochdeutsche ist, fällt die zweite Möglichkeit wohl fort.

Brandenheide

Die Brandenheide schließt das Gewerbegebiet Grafenwald nach Osten ab und bildet zum Teil die Grenze mit der benachbarten Stadt Gladbeck. Sie führt von der Droßlingstraße zur Hegestraße. „Brand“ hat wohl kaum etwas mit „brennen“ zu tun. Wahrscheinlich ist der Sinn in dem alten Wort „bran“ oder „bren“ zu suchen. Das „d“ ist später der besseren Aussprache wegen eingeführt (Branenheide - Brandenheide). Nach dem Namensforscher Bahlow sind „bran“ und „bren“ wieder einmal Wasserwörter, die vorgermanischer Zeit entstammen. Stutzig macht uns das Wort „Heide“. Wasser und Heide, wie passt das zusammen? Sind wir doch gewohnt, Heide mit Sand und trockenem Boden gleichzusetzen. Aber bei dem Wort Heide haben wir wiederum ein typisches Beispiel für den Bedeutungswandel, den Wörter im Laufe der Zeit durchmachen können. Ursprünglich war „Heide“ die Bezeichnung für Moor und Sumpf. Wäre diese Deutung so abwegig im Bachgebiet der Boy?

Brennerweg

Dieser Weg liegt südlich der Schneiderstraße in dem Wohngebiet Grafenwalds, das nach Handwerksberufen benannt wurde. Der Brenner stellt aus verschiedenen Stoffen Brandwein her. In Kirchhellen gab es früher mehrere Brennereien, die bekannteste war die Brennerei Körner, in wessen Gebäude heute das Jugend-Kloster untergebracht ist.

Brentanostraße

Die Brentanostraße liegt im „Dichterviertel“ südlich der Schulen M. Claudius und Johannes. Clemens von Brentano, Dichter, geboren 1778, gestorben 1842. Brentano ist neben Achim von Arnim ein Hauptvertreter der jüngeren Romantik. Er gab in Heidelberg mit diesem die Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ heraus. Weitere bekannte Werke: „Vom braven Casperl und dem schönen Annerl“, eine Reihe weiterer Märchen und „Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christ“ (über die stigmatisierte Nonne Anna Katharina Emmerick).

Buchbinderstraße

Die Buchbinderstraße liegt in dem (fast) ausschließlich nach zum Teil alten Handwerken benannten Gebiet südlich der Schneiderstraße. Der Beruf des Buchbinders befasst sich hauptsächlich mit der Fertigstellung von Büchern, insbesondere der Herstellung des Einbandes.

Burenbrock

Burenbrock

„Buren“ sind die Bauern. Brock, Brauk, Bräuke und Bruch sind modrige, sumpfige, von Wasserläufen durchzogene Fluren. Schon im Griechischen heißt „bragos“ der Sumpf. Die unendlich vielen Zusammensetzungen mit -bruch, -brock, -brauk usw. lassen keinen Zweifel an der Richtigkeit der Deutung. Für die Deutung Burenbrock gäbe es aber noch eine andere Möglichkeit. Wie wäre es mit „Boyer-Bruch“? Es wäre durchaus möglich, dass sich im Laufe der Jahrhunderte Boyer-Brock zu Burenbrock verschlissen hätte. Der Weg verläuft von der Forststraße in westlicher Richtung auf Rentfort zu.

Burghof und Burgstraße

Burgstraße

Die Burgstraße und der Burghof halten die Erinnerung an die Burg Kirchhellen wach, die zwischen Burgstraße und Wellbraucksweg gelegen hat. Über die Burg oder das Haus Kirchhellen sagt das Kurfürstliche Lagerbuch von 1660 u.a.: „ ...sollte vor diesem (früher), ehewan (ehe) das hauß Horneburg zum Ertzstift (ge)kommen, wie gesagt wird, das Amtshaus vom Vest Richlinghausen gewesen seyn; ist hart bei dem Dorf (in der Nähe des Dorfkerns) Kirchhellen in seynem Waßer graben (Gräfte) . . . gelegen. . . . “

Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen