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Kirchhellen bewahren - gestalten - erleben

Autobahn 31

Die Autobahn 31 wurde im Jahre 1987 durch Kirchhellener Gebiet gebaut. Sie durchquert Kirchhellen in einer Nord-Süd-Achse. Sie beginnt auf Kirchhellener Gebiet einmal im Norden am unausgebauten Stück des Alten Postwegs und im Süden am Brabecker Feld.
Viele Straßen und Wege wurden durch die Autobahn durchtrennt oder zu Stichstraßen, andere hingegen bekamen eigene Brücken bzw. Unterführungen.

Kirchhellen besitzt zwei Autobahnauf- bzw. abfahrten: Kirchhellen und Kirchhellen-Nord.

Adelsbredde

Adelsbredde

Die Adelsbredde stellt die Verlängerung des Mühlenpatts von Engbers zur Dorstener Straße her. Dieser Name besteht nur aus zwei Teilen: Adel und Bredde. Adel hat mit "adelig" oder "edel" nichts zu tun. Zugrunde liegt hier das indogermanische Wort "ad" für Wasser. Im Laufe der Jahrhunderte hat dieses "ad" eine Bedeutungsverschlechterung erfahren, aus "ad" = Wasser wurde im Oberdeutschen "Adel" = Jauche, ebenso im Niederdeutschen. Siehe: Ahle = Jauche, Ahlfatt = Jauchefass.  Mit "Bredde" (hochdeutsch: breite) ist eine flache Ebene gemeint, die nicht unbedingt feucht oder gar sumpfig sein braucht.

Alleestraße 

Alleestraße

Die Alleestraße beginnt an der Kreuzung Bottroper Straße / Hauptstraße /Holthausener Straße - Wirtschaft Dobbe bis zur Dinslakener Straße; sie ist ein Teil der L623 (früher B223). Ehemals war sie beidseitig mit mächtigen Linden bestanden, die ihr den Namen einbrachten. Beim Ausbau dieser Straße nach dem Kriege mussten die Bäume fallen. Der Volksmund nannte sie daraufhin "K-a(h)llee-Straße). Sie bot auch, nachdem die Bäume beseitigt waren, einen geradezu trostlosen Anblick.

Alter Postweg

Alter Postweg

Eine der zwei historischen Straßen Kirchhellens ist der Alte Postweg. Er soll eine vorgeschichtliche Fernhandelsstraße, eine Römerstraße, eine mittelalterliche Heer- und Handelsstraße sowie eine Poststraße gewesen sein. Die Wissenschaftler wollen hierfür Beweise. Doch bisher sind nur aufgefunden worden: der verlorene Bernsteinknollen und Metalle der bronzezeitlichen Metallhändler, die verlorene Sandale eines römischen Legionärs, das Wagenrad eines hansischen Frachtwagens und eine verlorene Donnerbüchse des Soldatentrupps, die der Jäger von Soest (Simplizius Simplizissimus) im 30-jährigen Krieg befehligte. Lediglich die "Poststraße" unterliegt keinem Zweifel.

Am Alten Bahnhof

Diese Straße befindet sich im Wohngebiet westlich der unteren Pelsstraße, gegenüber der "Bürgerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft ". Die Bezeichnung ist nicht ganz korrekt, denn der "alte Bahnhof" Kirchhellens befand sich an der Kreuzung der Rentforter Straße mit der ehemaligen Bahnstraße, etwa dort, wo die Brücke die Rentforter Straße über die A 31 führt. Erst im Jahre 1888 hielten die Züge Oberhausen-Rheine am hier gemeinten alten Bahnhof, der auf Betreiben und mit einem Zuschuss der Gemeinde Kirchhellen in Höhe von 20.000 Reichsmark (!!) an der Kreuzung der jetztigen Hauptstraße/Feldhausener Straße mit der ehemaligen Bahntrasse erbaut wurde.

Am Alten Kirchplatz

Alter Kirchplatz

Diese Straße führt durch den alten Dorfkern Kirchhellens. Sie ist nach dem Standort der alten Kirche benannt, die im Jahre 1917 abbrannte und in den Jahren 1200-1250, 1595-1605 und 1844-1847 erbaut bzw. erweitert wurde.

Am Alten Kirchplatz befinden sich heute nur noch wenige der alten, geschichtsträchtigen Fachwerkhäuser. Vor wenigen Jahren standen dort noch viele von ihnen, doch inzwischen sind die meisten modernen Neubauten gewichen. Von den ehemals vielen Häusern, die direkt an der heutigen Straße "Am alten Kirchplatz" lagen, stehen heute nur noch drei. An der Ecke zur Oberhofstraße steht das Haus Janschulte, direkt rechts daneben das Haus Maus, welches zur Hauptstraße ein schönes Fachwerk aufweist und ein kleines, etwas zurückgelegenes Haus, dort, wo diese Straße in die Senheimer Straße übergeht. Das letztgenannte Haus wird heute von der Dorf-Apotheke genutzt.

Am Alten Sägewerk

Die Straße "Am Alten Sägewerk" ist eine Stichstraße von der Hauptstraße in südlicher Richtung ausgehend. Da die Straße im Bereich des ehemaligen Sägewerks Liesenklas liegt, wurde sie hiernach benannt.

Am Dahlberg

Bei diesem Weg handelt es sich um eine Zufahrt zu mehreren Höfen. Der Name stellt eigentlich eine Kuriosität dar, denn wörtlich übersetzt hieße dieser Weg "Tal-Berg". Die Deutung des Namens ist allerdings recht einfach. An dieser Stelle "im Tale" siedelte ein Mann, der nach seinem Wohnsitz den Namen "Dahlmann" (Mann im Tale) bekam. Da von diesem "Tal" das Gelände nach Kirchhellener Verhältnissen zu einem "Berg" (Hülskens Berg) ansteigt, wurde dieser Name geboren.

Am Dornbusch

Am Dornbusch

Ein wenig westlich der Kreuzung „Liboriweg“ / „Am Dornbusch“ stand ein etwa 120 bis 150 Jahre alter Weißdornbaum, der leider Opfer des Krieges wurde. Dieser Dornbusch hat der Straße den Namen gegeben, die eine Verbindung vom Kuhberg nach Feldhausen in Richtung Haus Beck schafft. Da er einsam in dem sonst unverbauten weiten Feld stand, stellte er einen so markanten Punkt dar, dass er zu einem Begriff wurde. Der Dornbusch war lange Jahre Segensstation bei der Fronleichnamsprozession. 

Am Feuerwachturm

Die frühere Hermann-Löns-Straße, die die Dinslakener Straße mit dem Weseler Weg verband, heißt nach der Eingemeindung Kirchhellens "Am Feuerwachturm". An der Einmündung dieser Straße in die Dinslakener Straße stand ein Turm, auf dem in Zeiten erhöhter Waldbrandgefahr ein Wächter saß, der von dort einen Überblick über das damals noch riesige Wald- und Heidegelände hatte.

Am Gutshof

Dieser Weg führt vom Alten Postweg aus, zwischen Halde Haniel und Halde Schöttelheide her, zur Fernewaldstraße. Benannt ist der Weg nach dem ehemals dort liegenden Gutshof, der vor Jahren der Aufschüttung der Halde Schöttelheide weichen musste.

Am Hagelkreuz

Am Hagelkreuz

Dieser Weg läuft von der Straße „Auf dem Schimmel“ in Höhe des Rastplatzes „Schimmels Ruh“ in einem weiten Bogen zur Hackfurthstraße. Er führt über die höchste Erhebung (Karnickelberg = 75 m) und wurde nach der auf dieser Höhe im Jahre 1668 von der Familie von Brabeck nach einem furchtbaren Hagelschlag errichteten Kreuzigungsgruppe benannt. Der Name des Künstlers ist nicht überliefert. Nach dem völligen Zerfall der Sandsteinfiguren durch Umwelteinflüsse hat der Bildhauer G. Kappen einen neuen Korpus geschaffen.

Am Kuhberg

Am Kuhberg
Eine Straße im Feldhausener Bereich, die eine Verbindung von der Dorstener Straße (L618) über „Hohes Feld“ und Kapellenstraße zur Mitte Feldhausens herstellt. Was gibt nun der Name Kuhberg her? Es wäre zu einfach, ihn mit dem Hausrind in Verbindung zu bringen, also zu sagen, die Feldhäuser hätten dort in alter Zeit ihre Kühe geweidet, dann auch das Wort Feldhausen – Velthusen – entstammt, wie wir noch sehen werden, sehr wahrscheinlich prähistorischer Zeit. Die Flurnamen Kirchhellens sind ja nachweislich zu alt, um es sich so leicht zu machen. Schon im „Xantener Register“ (13. Jahrhundert) wird der Kuhberg als Kuhberg bezeichnet. Zu dieser Zeit hat man aber die Kuh sicherlich nicht Kuh, sondern Kauh oder Koh genannt.

Es bleibt uns nicht anderes übrig, als auch hier, wie in so vielen Fällen, vergleichende Studien anzustellen, und da werden wir schon bald fündig. Im Westfälischen gibt es zwei Ortsbezeichnungen mit der Vorsilbe „Kuh-“: Kuhlage und Kuhschlade. Kuhlage hieß ehedem Cude- lage und Kuhschlde Cude-schlade.

Nehmen wir an, der Kuhberg hätte in grauer Vorzeit Cude-berg geheißen, kämen wir der Namendeutung schon wesentlich näher, denn dann wäre er eine bewaldete Anhöhe mit einer benachbarten Bachquelle gewesen. Das indogermanische Wort „cud“ besagt nämlich nichts anderes als Wasser, fließendes Wasser. Wo ist aber oder war hier das letztere? Auch dafür gibt es eine plausible Antwort: entspringen Grenzbach und sein Nebenbach nicht am Rande des Kuhbergs?

Am Pastors Busch

Am Pastors Busch

Diese Straße stellt eine Querverbindung in Ost-West-Richtung zwischen der Burgstraße im Osten und der nicht mehr angebundenen Bottroper Straße im Westen her. Südlich des alten Pastoratgebäudes, das zwischen Kaplan-Xanten-Straße und Hackfurthstraße lag, befindet sich noch heute ein kleines Eichenwäldchen, das ehedem zum Pastorat gehörte. Wie die Urkatasterkarte beweist, befand sich an dieser Stelle auch einer der bereits 1660 erwähnten Hausteiche, der später "zugeländet ist" - so das kurfürstliche Lagerbuch - und dann aufgeforstet wurde.

Am Ruhl

Am Ruhl

„Am Ruhl“ verbindet in Höhe des Hofes Bornemann den Lippweg mit der Hackfurthstraße. Rühle an der Weser kehrt an der Ems bei Meppen (1280 Rule) mit Moor wieder, womit der Wortsinn von „rul“ bereits angedeutet ist. Auch Ruhla/Eisenach gehört dazu. Ein Rulsbach fließt zur Nordrach/Kinzig, ein Rühlenbach zum Krempelbach/Kocher. Auch Rülzheim (Rülichesheim), sumpfig am Rhein nördlich Karlsruhe gelegen, meint nichts anderes. Ein Ruhl ist demnach ein sumpfiges Moorloch, hier nur zu verständlich, wenn wir die Namen der nahegelegenen Höfe Bornemann, Hackfurth, Breil als eindeutige Wasserwörter analysieren.

Am Schleitkamp

Am Schleitkamp

Am Schleitkamp stellt die Verbindung zwischen der Bottroper Straße (L 623) in Höhe der Gastwirtschaft Jandewerth-Beyer über die Straße Sensenfeld mit dem Alten Postweg her. Bis zur Eingemeindung nach Bottrop hieß diese Straße Buchenstraße. 

Der Name "Schleit" oder "Schleid" deutet auf mooriges, schlammiges Wasser hin. Siehe Schleiden/Eifel; Schleid/Rhön; Schleidern bei Korbach. Diese Deutung scheint durchaus verständlich, da die obere Boy, die dieser Weg überquert, bis in unsere Zeit oftmals über die Ufer trat und so den Weg nur schwer passierbar machte. Die Kirchhellener nannten deshalb den jenseits liegenden Wohnbereich auch Klein-Amerika, weil halt der Zugang durch den vom Bache verursachten "Ozean" sehr beschwerlich und nicht ohne Gefahr zu bewältigen war. Manch ein Kirchgänger war Kavalier genug und trug seine Frau durch die "Fluten", wie glaubwürdig berichtet wurde.

Am Schölsbach

Die vom Kirchhellener Ring in Höhe des Brauhauses ausgehende und nach Osten führende Straße (Verlängerung nach Norden zur Hauptstraße ist die Clemens-Hofbauer-Straße) trägt diesen Namen.

Im Kirchhellener Sprachgebrauch gibt es mehrere Schölsbäche, doch nur einer ist der richtige, die übrigen sind lediglich Zuflüsse. Der eigentliche Schölsbach entspringt (entsprang) östlich Schuhmachers Garten, floss durch Schulten Wiese (heute Bebauung Burghof), unterquerte die Burgstraße, floss durch Gräften und Teiche der ehemaligen Burg Kirchhellen, unterquerte weiter den Wellbraucksweg und die Rentforter Straße. Von hier aus lässt sich der heutige Lauf des Baches weiter durch das Neubaugebiet Schultenkamp verfolgen, entlang der ehemaligen Bahntrasse nach Dorsten in die Lippe.

Zur Namensdeutung: Dr. Hans Bahlow, Lehrbeauftragter für Namensforschung (1900-1982), leitete die Silbe Schöls- von den Wörtern „scol-, scul-, scal-“ ab. Alle Wortzusammensetzungen im Deutschen, Englischen und Holländischen nehmen auf Bäche bezug: Sculenbeke (Holland); Scholen (nördlich Sulingen): Schelden a.d. Wied; Sceldefleet (England). Somit handelt es sich bei unserem Schölsbach um nichts anderes als um eine Wortverdoppelung. Vielleicht ist sie eingetreten, als der Begriff „scul-, scal-, scol-“ für „Bach“ als Wortsinn verloren gegangen war, sich aber im Sprachgebrauch gehalten hat.

Am Tollstock

Von der L 623 gegenüber der Einmündung der Dinslakener Straße läuft diese Straße in einem südöstlichen Bogen auf die Schulstraße.

Bei oberflächlichem Hinhören denkt bei dieser Bezeichnung jeder gleich an einen Zollstock, aber sie hat weder etwas mit dem alten Längenmaß Zoll noch mit einem Stock zu tun. Der Begriff entstammt einer alten Flurbezeichnung und ist nicht ganz einfach zu deuten. Bahlow meint, dass die Silbe „tol“ synonym, also bedeutungsgleich mit „sol“ sei. Dann hieße „tol“ bzw. „sol“ Sumpfwasser, wie in Tolenza = Tölz, Solenza = Sulz, Tol-ven (hier als Verdoppelung: Tol und Veen) in England, Tolosa = Toulouse.
Die Silbe „Stock“ beweist durch das voraufgegangene Wort „Toll“, dass hier Wasser und Stock keinen Sinn ergäben. „Stock“ meint stagnierendes Wasser (stocken), wie in den Ortsnamen: Stockfleth/Bremen; Stocksee/Holstein; Stockey/ Menden; Stocklarn/Soest; Stockschlade/Sieg usw.

Nun muss man sich bei genauerem Hinsehen aber fragen: „Wo ist denn dort das ,stagnierende Wasser' bei einer Höhe von 65 m über NN?“ Nun, die Erklärung ist einfach, denn die Flur „Tollstock“ liegt in dem Flurbereich Nr. 19, der das Gebiet zwischen L 623 im Westen, der Gartenstraße im Osten, dem Kreuzkamp im Norden und Kirchhellener Ring im Süden umfasst. Und hier müssen wir nach Wasser, Sumpf und Moor (gestocktes Wasser) nicht lange suchen, liegt doch in diesem Gebiet der Quellbereich des Bräukebaches.

Amselweg

Der Amselweg führt alphabetisch den Reigen im Bereich Eichenkamp, Hackfurthstraße, Horsthofstraße an. Das erleichtert dem Fremden, aber auch dem Einheimischen, das Auffinden der entsprechenden Straßen sehr. Die Amsel, Schwarzdrossel, ist die häufigste mitteleuropäische Drossel. Alte Männchen sind schwarz und gelbschnäbelig, junge Männchen und Weibchen braunschwarz.

An der Dringenburg

An der Dringenburg

Wie der Name schon sagt, führt diese Straße von der Pelsstraße an der Dringenburg vorbei bis zur Straße „Am Berliner Berg“. Sicherlich stammt der erste Wortteil vom vorgermanischen-keltoligurischen Wort „drin“ und „trin“, das Moor oder Sumpf bedeutet, durchaus verständlich, da auch die zweite Silbe „gen“ (keltisch) auf sumpfiges Gelände hindeutet.

An der Harre

Ein langgezogener Weg in Ost-West-Richtung, der die Straße Hofwiese unweit der Besitzung Hasebrink/Askemper mit dem Alten Postweg verbindet, über ihn hinwegführt und in den Kiesgruben endet.

„Harre“ enthält wahrscheinlich das Moor- und Sumpfwort „Har-, Haar-, Her-“. Siehe: Haren/Meppen; Haaren/Aachen und Kreis Büren; Herne/Westf; vielleicht auch unsere Bauerschaftsbezeichnung Hardinghausen mit der im Westfälischen gebräuchlichen Endung „ing“ (Personifizierung).

Wenn in früheren Zeiten im Münsterland in trockenen Sommern die Moore in Brand gerieten oder auch wohl zur Nutzlandgewinnung abgebrannt wurden, zog der durchdringende beißende Rauch bei Nordwind bis in unsere Gegend. Man nannte ihn den Haarrauch. Auch Hardinghausen mit dem Breilsbach („Breil” = Sumpf) und dem Heidebach (ein bisher namenloser Bach) rechtfertigen mit ihren feuchten Niederungen durchaus diese Deutung.

An der Linde

An der Linde

Eine Straße von der L 623 in Höhe der Gastwirtschaft Haseke nach Westen bis „Auf dem Espel“ laufend. Sie wurde benannt nach einer mächtigen, uralten Linde mit einem Feldkreuz, die vor dem Hause Rommeswinkel stand und in den vierziger Jahren gefällt werden musste. Alte Kirchhellener können sich vielleicht noch an „Linden Tille“ (Mechthilde Janinhoff) erinnern, die in dem Hause an der Linde wohnte. Ob diese Linde Pate gestanden hat bei der Flurbezeichnung „Börkerlinde“, ist zweifelhaft. In „Börker-Linde“ steckt wohl die alte, ausgestorbene Bauerschaftsbezeichnung „Borcow, Borcovet, Borkau, Borchoe“. So heißt es in einer Urkunde des Hauses Dringenburg: „... in der Burschop Borchoe“ (1511).  Diese Bauerschaft Borkau, an die auch noch die Straße „Börkerfeld“ erinnert, lag zwischen Hardinghausen und Ekel. Mit der Börker Linde war darum wohl die mächtige Linde auf dem „Berliner Berg“ gemeint.

An der Sandgrube

Diese Verbindung führt von der Gartenstraße zur Schulstraße und bildet die nördliche Grenze dieses Baubereiches. Nur die ältere Generation erinnert sich noch an die mächtigen Formsandgruben im Bereich des neuen Friedhofs, der Sportanlagen und der Felder östlich der Schulstraße. In den zwanziger Jahren begann hier die Firma Kleine-Brockhoff den tonhaltigen Sand abzubauen, der in den Eisengießereien zum Aufbau der Gussformen gebraucht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte man die Förderung ein. Formsande sind Ablagerungen eiszeitlicher Schmelzwässer. Diese Kirchhellener Formsande gehören geologisch mit zu den „Bottroper Sanden“, die dem Untersenon, also der zweitjüngsten Stufe der Kreideformation (vor etwa 135 Millionen Jahren) zuzuordnen sind.

An der Windmühle

Sie ist eine Straße in dem Wohngebiet zwischen Loewenfeldstraße und Schulstraße. Nur ein Gott sei Dank gut erhaltener Torso erinnert an die auf dem Windmühlenberg von einem Funke im Jahre 1801 errichtete Windmühle.

Andresen Strang

Diese Straße stellt eine Verbindung zwischen Ottenschlag und Heimersfeld her.

Das zweite Wort „Strang“ ist einfach erklärt mit Strecke, vielleicht einer längeren Strecke. Bei „Andresen“ aber sind wir auf Vermutungen angewiesen. Ob man das Wort von dem Eigennamen Andres = Andreas herleiten kann, bleibt dahingestellt. Manche wollen den Namen von dem „Langen Andres“ Bromkamp-Janknecht ableiten. Möglich wäre es sicherlich. Es gäbe auch noch eine weitere Möglichkeit, nämlich zu vermuten, dass der Originalname „An Dresen Strang“ gewesen sein könnte. Hierzu sagte der Namensforscher Dr. Bahlow, dass kein Wörterbuch über „dres“ Auskunft geben kann. In Verbindung aber mit Dreis/Eifel; Dreis-born/Arnsberg; Dreislar bei Brilon, Dreisen in der Pfalz usw. könnte es auf ein verklungenes Wasserwort hinweisen, zumal man mit „dreis“ und „treis“ in der Eifel eine Mineralwasserquelle bezeichnet. „An Dreisen-Strang“? Das große Fragezeichen wird wohl stehenbleiben müssen.

An St. Johannes

An St. Johannes

„An St. Johannes“ führt von der Hauptstraße über die Bredde zum Kirchhellener Ring. Sie wurde benannt nach der dort im Jahre 1924/25 errichteten neuen Pfarrkirche, St. Johannes der Täufer.

Antonius-Küster-Weg

Antonius-Küster-Weg

Dieser Weg verläuft im Neubaugebiet Feldhausens zwischen Pastor-Abel-Straße, Mutter-Teresa-Straße und "Am Dornbusch". Benannt wurde er nach dem Holzhändler Anton Küster aus Feldhausen, der einen großen Betrag zum Bau des Kirchhellener Krankenhauses spendete.

Antoniusstraße

Diese Straße ist die Verbindung zwischen Hauptstraße und Gartenstraße, die in Höhe des Eiscafes Pisa von der Hauptstraße abgebunden wurde. Benannt ist sie nach dem St.-Antonius-Krankenhaus. Beim Bau dieses Krankenhauses schoss der damalige Holzhändler Anton Küster aus Feldhausen einen namhaften Betrag zu. Ihm zum Danke erhielt das Haus den Namen des heiligen Antonius von Padua, seines Namenspatrons also.

Arwinkel

Der Arwinkel ist heute nur noch eine kurze Stichstraße von der Gartenstraße - gegenüber dem Krankenhaus - Richtung Hauptstraße. Es gibt im deutschen Sprachraum unendlich viele Ortsbezeıchnungen in der Zusammensetzung mit „Ar-, Ahr-, Ara-, Aar-“: Ahr (Fluss), Ahrweiler, Aargau usw. Die Silbe „ar“ hat in allen Fällen seinen Stamm im vorgermanischen „ar“, das wieder einmal Wasser meint. Dort, in der ehemaligen Niederung des jetzigen Krankenhausparkplatzes, in dem Winkel zwischen Gartenstraße, Kirchhellener Ring und Hauptstraße entsprang früher ein Nebenbach des Schölsbaches, der nach Osten das jetzige Gelände an der Pauluskirche durchfloss und wahrscheinlich die Gräften des Hauses Wenkendiek (Diek = Teich) speiste, um sich dann in der Bräuke mit dem Schölsbach zu vereinigen.

Auf dem Espel

Auf dem Espel

Dieser Weg beginnt an der L 623 (Münsterstraße) gegenüber der Einmündung der Pelsstraße, führt zunächst in Nordwest-Richtung, kreuzt dabei den Blaufärberweg, die Hofwiese, führt dann in Südwest-Richtung über den Alten Postweg bis zur Besitzung May.
 
Espel kann die Espe, die Zitterpappel also, sein. Dagegen spricht aber das „auf dem“. „Auf dem“ ist hergeleitet von „up'm“, das nicht mit „auf dem“ übersetzt werden darf. Dieser Weg oder das Flurstück hat sicherlich nicht „auf“ der Pappel gelegen, sondern oberhalb (up = oberhalb) des Espel, wobei hier mit „Espel“ - von dem uralten Bach- und Wassernamen „apa“ - ein Bach gemeint sein könnte. Verständlich wird diese Deutung, wenn wir die unmittelbare Nähe des Breils- und des Heidebaches berücksichtigen. Eine weitere Deutung leitet den Namen von „es“ oder „as“ = Sumpfwasser ab. Auch das wäre nicht von der Hand zu weisen.
 
Hier wie auch an anderen Orten ist das „up“ oder „op, ob“ mit „auf“ oft nicht sinngemäß übersetzt. Es müsste hier richtig „oberhalb“ heißen. So liegt zum Beispiel „Rotenburg ob der Tauber“ nicht „auf“ der Tauber, sondern „oberhalb “ Von dieser Erkenntnis müssen wir auch bei der Deutung weiterer Straßennamen ausgehen: „Up'm Schimmel“, „Up de schwatten Wälle“, „Up de Wälle'“ („Up de Schmudde“).

Auf dem Schimmel

Auf dem Schimmel

Die Straße verbindet die Feldhausener Straße, den Lippweg überquerend, mit der Hackfurthstraße.

Beginnen wir wie beim vorausgegangenen Straßennamen mit der Deutung des Wortes „auf“ mit „oberhalb“, so hieße die Straße richtiger: Oberhalb des Schimmel. Das Wort Schimmel hat aber weder etwas mit dem Schimmelpilz noch mit dem Schimmelpferd zu tun. Wahrscheinlich hat man im Laufe der Zeit das ursprüngliche „Schimme(n)“ oder „Schemme(n)“ zu „Schimmel“ gemacht, weil der eigentliche Wortsinn verloren gegangen war.

Was bedeutet denn nun Schimme(n) oder Schemme(n)? Beide Wörter sind Begriffe für feucht-sumpfiges Gelände (Schölsbach). Erst vor Jahren wurde bei der Erneuerung der Kanalisation an der Hauptstraße in Höhe der Besitzung Weikämper tief unter dem jetzigen Straßenniveau ein alter Knüppeldamm freigelegt, der die ehemals sumpfige Beschaffenheit des Geländes bestätigt. Wer also von Kirchhellen Richtung Feldhausen musste, war froh, wenn er „up”m Schimme“, also mit Pferd und Wagen über den Knüppeldamm oberhalb des Schimme = Sumpfes angekommen war.

„Schemm“ heißt heute noch im Münsterländischen ein Steg über einen Bach. Siehe auch die Straßenbezeichnungen: Plankenschemm und Kirchschemmsbach in der Stadt Bottrop, die den gleichen Stamm „Schemm“ aufweisen.

„Schimmelgatt“ hieß der Hohlweg in Höhe des Hofes Kuhlmann. Für den, der kein Plattdeutsch versteht, hier eine Übersetzung des Wortes „Gatt“. Gatt ist ein Loch, in das man hineinsehen kann, zum Unterschied von „Lock“, das ist nämlich ein Loch, durch das man hindurchsehen kann. Nun zurück zu „Schimmelgatt“: Der Volksmund sagte, dass an dieser Stelle wegen der starken Steigung so manches Pferd das Leben ausgehaucht hätte. Der Ein-fachheit halber habe man es dann an Ort und Stelle verscharrt, also ein Loch (Gatt) gegraben, um so den Kadaver zu beseitigen. Dass diese Deutung nicht haltbar ist, wird wohl jedem einleuchten. Sie ist aber insofern interessant, als sie beweist, dass man über den Sinn solcher Namen gar wohl nachgedacht hat.

Auf dem Timpen

Auf dem Timpen

Dieser Weg läuft von der L 618 über die Feldhausener Straße, den Lippweg, die Straße „Am Hagelkreuz“ bis zur Hackfurthstraße. Das Wort Timpen ist hier wohl die plattdeutsche Bezeichnung für Zipfel! Warum diese Straße diesen Namen erhalten hat, lässt sich mit Bestimmtheit nicht mehr sagen, vielleicht hatte das Flurstück „Auf'm Timpen“ die Form eines Zipfels.

Wenn in noch gar nicht so ferner Zeit eine Hausfrau unerwarteten Besuch bekam und ihr keine Zeit mehr blieb, die verständlicherweise nicht immer saubere Arbeitsschürze gegen eine andere zu vertauschen, schlug sie diese „op'n Dreitimpen“, das heißt, sie nahm den linken oder rechten Schürzenzipfel hoch und steckte ihn zu einem Dreieck hinter das Schürzenband, so dass die saubere Unterseite zu sehen war.

Auf der Bredde

Auf der Bredde

Sie ist benannt nach der sogenannten Schulten-Bredde, einem Flurstück, auf dem 1924/25 die jetzige Johanneskirche erbaut wurde. Sie schafft die Verbindung von der L 623 (Alleestraße) bis zur Schulstraße unmittelbar hinter dem kircheneigenen Gelände. Es gibt in Kirchhellen zwölf Flurnamen mit dem Grundwert „Bredde“. Mit „Bredde“ (hochdeutsch: Breite) ist eine flache Ebene gemeint, die nicht unbedingt feucht oder gar sumpfig sein braucht.

Auf der Höhe

Der von der Feldhausener Straße zum Hof Schmücker abzweigende und von dort nach Osten abknickende Weg trägt mit Recht seinen Namen. Er hätte auch Hülskens Höhe heißen können, somit wäre der alte Hofname bewahrt geblieben.

Da der Hülskensche Hof (jetzt Schmücker) ursprünglich unmittelbarer Nachbar Kettlers war, also unten „im Tale“ lag, trug er auch seinen Namen zu recht: Hülsken = der Mann, der im Sumpfigen (= hüls) wohnt. Das -ken ist die Kurzform einer der vielen im Westfälischen gebräuchlichen Patronymika auf -ing: Dehling, Bölting, Humperding-Hüls(k)ing = Hüls(k)en = Hülsken.

Auf der Kämpe

Auf der Kämpe

Das Flurstück „Auf der Kämpe“ gab auch hier dieser Straße, die von der Utschlagstraße über die Straße Wiesental und Hiesfelder Straße zur Lehmschlenke führt, den Namen. In dem Wort „Kämpe“ steckt das lateinische „campus“, das das Ackerland, das Saatfeld meint. Von campus bis Kämpe hat kein Bedeutungswandel stattgefunden, sie bezeichnet immer noch bebaute Ländereien zum Unterschied von der Mark (Kirchheller Mark), die als Gemeineigentum weitgehend unbebaut blieb. In Kirchhellen nennen sich die Bewohner dieser Flur stolz „Kämper“ mit einer eigenen „Nationalhymne“, dem „Kämper-Lied“.

Aulkestraße

Die Aulkestraße liegt in dem Siedlungsgebiet zwischen Schulstraße und Gartenstraße. Anton Aulke, nach dem diese Straße ihren Namen hat, schrieb Gedichte, Geschichten und Romane in plattdeutscher Sprache. Er wurde 1887 in Senden geboren und starb am 19. Dezember 1974. Seine Verdienste um die Erhaltung der plattdeutschen Sprache wurden gewürdigt: 1952 durch den Klaus-Groth-Preis der Stadt Hamburg, 1955 durch den Kulturpreis der Stadt Warendorf, 1961 durch den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis des Landschafts-Verbandes Westfalen-Lippe, 1962 durch den Ehrenbürgerbrief der Gemeinde Senden und 1967 durch den Ehrenring der Stadt Warendorf.

Quelle: Nr. 17 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen